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Goldman-Sachs-Chef Lloyd C. Blankfein kann zufrieden sein. 

Hoffnungszeichen in der Krise

US-Bank Goldman Sachs mit Milliardengewinn

New York - Die Investmentbank Goldman Sachs hat mit einem überraschend hohen Milliardengewinn der US-Finanzbranche einen positiven Auftakt der Bilanzsaison beschert. Anleger werten dies als Hoffnungszeichen für den möglichen Beginn einer Erholung der Banken von der Finanzkrise.

Der Überschuss von Goldman Sachs kletterte im ersten Quartal zum Vorjahr um 13 Prozent auf fast 1,7 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro), wie die Bank früher als geplant am Montag nach US-Börsenschluss in New York mitteilte. In ihrem letzten Geschäftsquartal 2008 hatte sie noch den ersten Milliardenverlust seit dem Börsengang vor zehn Jahren erlitten.

Durch Ausgabe neuer Aktien will sich Goldman Sachs fünf Milliarden Dollar frisches Kapital verschaffen. Mit diesem und weiterem Geld sollen die im Herbst erhaltenen Staatshilfen von zehn Milliarden Dollar voll zurückgezahlt werden. Goldman stören die mit den Hilfen verbundenen Zinslasten und der Einfluss der Regierung etwa bei den Managergehältern. Bisher haben nur einige wenige kleinere Banken weit niedrigere Summen erstattet.

Die Zahlen fielen weit besser aus als von Experten erwartet. Die Goldman-Aktie stand nachbörslich dennoch leicht unter Druck, nachdem sie tagsüber fast fünf Prozent auf 130,15 Dollar gewonnen hatte. Seit Mitte Januar hat sich der Börsenwert von Goldman mehr als verdoppelt.

Mit Spannung erwarten die Märkte nun gegen Ende der Woche die Zahlen von J.P. Morgan Chase und Citigroup. Wie Goldman Sachs schlug sich J.P. Morgan in der Finanzkrise relativ gut und schrieb bisher noch gar keine roten Zahlen. Der Konzern stellte erneut einen Gewinn in Aussicht. Bei der Citigroup als einem der größten Verlierer der Krise wird dagegen mit einem weiteren deutlichen Minus gerechnet. “

Angesichts der schwierigen Marktbedingungen sind wir mit dem Abschneiden in diesem Quartal zufrieden“, sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein. Die Bank strich binnen Jahresfrist allerdings zwölf Prozent der Stellen und beschäftigte zuletzt rund 28 000 Mitarbeiter.

Vor Abzug der Dividenden für Vorzugsaktionäre lag der Gewinn im ersten Quartal sogar bei 1,8 Milliarden Dollar. Je Aktie betrug der Gewinn 3,39 Dollar und damit weit mehr als das Doppelte der Analystenerwartungen. Die Erlöse stiegen zum Vorjahr um 13 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar.

Ursprünglich hatte Goldman Sachs die Zahlenvorlage erst für einen Tag später angekündigt, sie aber offenbar wegen der guten Ergebnisse vorgezogen. Das Management will die Zahlen an diesem Dienstag gegen 13.00 Uhr deutscher Zeit in einer Telefonkonferenz erläutern.

Goldman Sachs und Wettbewerber Morgan Stanley wandelten sich im vergangenen Jahr auf Druck der Regierung formal in Geschäftsbanken um und gaben ihren rechtlichen Sonderstatus als Investmentbank auf. Nun unterliegen beide weit strengere Regulierung. Im Kern betreiben sie aber noch dieselben Spezialgeschäfte wie Unternehmensfinanzierungen, Fusionen und Übernahmen sowie den Handel mit Wertpapieren aller Art.

Bei der Umwandlung passten die Institute auch ihr Geschäftsjahr dem Kalenderjahr an. Im Dezember 2008 - dem Monat zwischen dem bisherigen Geschäftsjahr und dem neuen Kalenderjahr - fuhr Goldman Sachs nochmals eine Milliarde Dollar Verlust ein. Die Quartalszahlen von Morgan Stanley werden in den nächsten Wochen erwartet.

dpa

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