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ver.di droht mit ersten Warnstreiks im Handel

ver.di droht mit ersten Warnstreiks im Handel

Stuttgart - Die Gewerkschaft ver.di hat bereits vor Beginn der Tarifrunde im Groß- und Einzelhandel mit ersten Warnstreiks im April gedroht.

Für die Beschäftigten im Einzelhandel fordert sie bis zu 6,8 Prozent mehr Einkommen, im Großhandel will ver.di eine Erhöhung von bis zu 180 Euro durchsetzen. Die regionalen Tarifverhandlungen starten im Einzelhandel am 3. April in Hessen, im Großhandel am 1. April in Baden-Württemberg und Bayern. Schon im April könne es zu ersten Warnstreiks und Aktionen kommen, warnte die stellvertretende ver.di- Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Freitag in Stuttgart.

ver.di-Chef Frank Bsirske sagte bei einer Auftaktkundgebung: “Wir werden auch in anderen Branchen systematisch mobilisieren, um die Kollegen im Handel zu unterstützen.“ Gehalts-Zuwächse seien in der Wirtschaftskrise ein “Konjunkturpaket, das deutlich Wirkung zeigt“, sagte Mönig-Raane. “Wir werden nicht erst drei Verhandlungsrunden abwarten, bis wir die ersten Aktionen starten“, sagte sie und verwies auf die langen Verhandlungen im vergangenen Jahr. Im Einzelhandel war erst nach 15 Monaten ein Abschluss erreicht worden.

Am kommenden Montag will sich der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Düsseldorf zur Tarifrunde äußern. Sowohl der HDE als auch der Verband des Groß- und Außenhandels (VGA) haben ver.di vorgeworfen, die Gewerkschaft ignoriere stagnierende Umsätze der Branche sowie die aktuelle Krise. Im Einzelhandel arbeiten bundesweit rund 2,7 Millionen Menschen, der Groß- und Außenhandel beschäftigt 1,2 Millionen Menschen. 2008 waren für den Einzelhandel 3 Prozent Einkommenszuwachs sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro vereinbart worden. Für den Groß- und Außenhandel waren es für die vergangenen zwei Jahre 2,7 Prozent Lohnzuwachs für 2007 und 2,4 Prozent für 2008.

dpa

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