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Wie wird die neue Ordnung in der Hypo Real Estate aussehen?

Verstaatlichung der HRE vor dem Abschluss

München - Die Verstaatlichung des maroden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) geht in die entscheidende Phase. Am Dienstag (2. Juni) sollen die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in München über die Pläne des Bundes abstimmen.

Bei dem Aktionärstreffen will sich der Bund eine Kapitalerhöhung von bis zu 5,6 Milliarden Euro genehmigen lassen. Vom Kauf der neuen Aktien sollen alle anderen Aktionäre ausgeschlossen sein, so dass der Bund einziger Käufer wäre und sich somit eine Mehrheit von mindestens 90 Prozent an der Hypo Real Estate sichern kann. Damit kann er dann die restlichen Aktionäre ohne größere juristische Probleme durch ein sogenanntes Squeeze Out herausdrängen.

Bislang hat sich der Bund durch ein Übernahmeangebot an die Aktionäre erst rund 47 Prozent an der HRE gesichert. Theoretisch könnte er die Abstimmung über die Kapitalerhöhung damit auf der Hauptversammlung verlieren. Dazu müssten allerdings 95 Prozent aller Aktionäre der HRE anwesend sein und gegen den Bund stimmen. Das wird selbst bei Aktionärsschützern als sehr unwahrscheinlich angesehen.

Mit Spannung wird erwartet, ob der US-Großaktionär J.C. Flowers bei der Hauptversammlung erscheint. Er ist einer der schärfsten Kritiker der vollständigen Verstaatlichung und bislang nicht bereit, seine Aktien zu verkaufen. Aber auch zahlreiche andere Aktionäre hatten kritisiert, dass der Bund die alleinige Kontrolle anstrebt.

Mehr als 20 Gegenanträge gegen die Pläne gingen vor der Hauptversammlung bereits beim Konzern ein. Aktionärsschützer wollen an den Bund appellieren, sich mit dem Erwerb von 90 Prozent der Aktien zu begnügen und auf das Squeeze Out der letzten Aktionäre zu verzichten. Branchenkenner rechnen deshalb mit einer turbulenten Hauptversammlung.

Für den Chef der Hypo Real Estate, Axel Wieandt, ist das Treffen der erste große Auftritt in der Öffentlichkeit. Er war im Oktober nach dem Abtritt des früheren Chefs Georg Funke an die Spitze des Konzerns geholt worden und soll auch nach der Verstaatlichung auf seinem Posten bleiben.

Durch die vollständige Übernahme will der Bund die Sanierung der HRE begleiten, nachdem sie im Zuge der Finanzkrise in eine existenzielle Notlage geraten und nur mit Kapitalhilfen und Garantien des Bundes über 102 Milliarden Euro am Leben gehalten werden konnte.

dpa

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