Wacker Chemie stellt sich auf Abschwung ein

München - Nach dem Rekordjahr 2008 stellt sich der Chemiekonzern Wacker Chemie wegen der Wirtschaftskrise auf einen Abschwung ein.

“Die Ergebnisse, die der Konzern 2008 bei Umsatz und Ertrag erzielt hat, lassen sich im laufenden Geschäftsjahr nicht wiederholen“, sagte Unternehmenschef Rudolf Staudigl am Mittwoch in München. Wegen des weltweiten Nachfrageeinbruchs setzt Wacker vor allem beim Personal die Kostenschraube an. Insgesamt sollen diese Kosten um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden, sagte Staudigl. Das wären Einsparungen von rund 170 Millionen Euro.

Erste Schritte dazu wurden bereits eingeleitet: So ließ Wacker Zeitarbeitsverträge und befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen. Zudem werden Mitarbeiter aus Geschäftsbereichen mit rückläufiger Nachfrage - vor allem aus der Siltronic-Sparte - in die Sparte Polysilicon versetzt. Denn dort baut Wacker aufgrund der hohen Nachfrage aus der Solarindustrie seine Kapazitäten aus. Bis Ende 2011 soll die Jahreskapazität von derzeit 15 000 Tonnen Polysilizium auf 35 500 Tonnen steigen.

Unter dem Strich habe sich von Anfang Oktober bis Ende Dezember die Zahl der Mitarbeiter um fast 300 verringert, sagte Staudigl. Und es gebe derzeit Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen über weitere Schritte. Über betriebsbedingte Kündigungen werde aber nicht verhandelt, ergänzte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Der Chemiekonzern hatte bereits im vierten Quartal auf den Nachfrageeinbruch mit Kurzarbeit und Kosteneinsparungen reagiert. Die Dividende für 2008 kürzte das Unternehmen auf 1,80 Euro je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte Wacker noch eine Dividende von 2,25 Euro und eine Bonuszahlung von 0,75 Euro je Aktie an seine Aktionäre ausgeschüttet. Trotz des schwachen vierten Quartals schloss Wacker Chemie das Gesamtjahr 2008 mit Rekorden ab und erfüllte damit die eigenen Prognosen. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Das EBITDA wuchs um rund fünf Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 438 Millionen (Vorjahr: 422 Mio) Euro.

Wacker setzt bereits fast 80 Prozent im Ausland um und beschäftigt weltweit derzeit knapp 16 000 Menschen.

dpa

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