+
Sauberes Wasser ist lebensnotwendig und rar. Die Erdoberfläche ist zwar zu rund drei Vierteln von Wasser bedeckt, aber weit weniger als ein Prozent ist als Trinkwasser nutzbar. Mehr als 90 Prozent davon ist Salzwasser.

Welt-Wassertag

Das wichtigste Lebensmittel

Es gilt als Quell des Lebens und als das wichtigste Lebensmittel überhaupt: Wasser. Zum Weltwassertag an diesem Sonntag hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu unserem Trinkwasser:

-Das Trinkwasser gilt als das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Wer kontrolliert eigentlich?
Grundsätzlich ist die Wasserversorgung Sache der Bundesländer. Bundesweit ist aber in der Trinkwasserverordnung des Gesundheitsministeriums geregelt, was die Versorger selbst und was die Behörden kontrollieren müssen und was die Wasserwerke den Bürgern direkt oder den Gesundheitsämtern melden müssen. Dazu gibt es eine laufend aktualisierte Liste des Umweltbundesamts im Internet unter umweltbundesamt.de, welche Chemikalien bei der Aufbereitung des Wassers zugesetzt werden dürfen, wie der Leiter des entsprechenden Fachbereichs, Hartmut Bartel, erklärt.

-Wo wird dem Trinkwasser was zugesetzt?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. „Es gibt je nach Art der Wassergewinnung Orte, wo das Wasser nicht aufbereitet werden muss, und andere, wo man mehr tun muss“, sagt Bartel.

-Gibt es Probleme bei der Qualität?
Seit 1. Dezember 2003 darf ein Liter Trinkwasser höchstens 25 Mikrogramm Blei enthalten, betont Stiftung Warentest, die regelmäßig Stichproben nimmt. „Doch auch nach diesem Zeitpunkt eingesandte und analysierte Proben zeigten, dass der Bleianteil des kühlen Nasses in vielen Regionen Deutschlands noch immer über dem Grenzwert liegt.“ Alte Bleileitungen und Armaturen sind die Hauptgründe dafür. Den Münchner Stadtwerken zufolge werden Bleileitungen seit über 70 Jahren in München nicht mehr verwendet. Darüber hinaus sei das Trinkwasser vergleichsweise „hart“ (kalkhaltig), sodass sich im Normalfall auch kein Blei aus schlecht verzinkten Rohren löse.

-Die großen Unterschiede bei den Preisen der Versorger sorgen immer wieder für Kritik. Sind die Preise wirklich zu hoch?
„Es gibt zwar nicht pauschal bei allen Versorgern Potenzial für niedrigere Preise, aber bei einigen“, sagt der Wasserexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Otmar Lell. Reine Preisvergleiche seien zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, da die Voraussetzungen unterschiedlich seien und die Qualität auch wichtig sei. „Es stimmt aber auch nicht, dass man die Preise überhaupt nicht vergleichen kann“, erklärt Lell.

-Ist es richtig, dass man nicht zu sparsam sein sollte, damit das Wasser nicht zu lang steht?
Die Verbraucherzentrale Hessen macht darauf aufmerksam, dass Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, Bakterien oder gelöste Metalle aus den Rohren enthalten kann. Dieses Wasser solle daher nicht für Säuglingsnahrung, Speisen oder als Getränk verwendet werden. Allerdings müsse man auch nicht extra regelmäßig das Wasser laufen lassen. Das abgestandene Wasser könne zum Spülen oder Duschen benutzt werden.

-Sind Filter empfehlenswert?
Eine Aufbereitung des Trinkwassers mit Filtern oder Enthärtungsanlagen ist in Deutschland laut Stiftung Warentest fast immer überflüssig und kann die Qualität sogar noch verschlechtern. Selbst wenn das Trinkwasser wegen alter Bleirohre im Haus mit Schwermetall belastet sei, sei eine Filteranlage allenfalls eine Übergangslösung. Auf Dauer müssen die Bleirohre herausgerissen und mit neuen Leitungen ersetzt werden.

Samuel Heller

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Airbus und Boeing sammeln Großaufträge ein
Farnborough (dpa) - Die Flugzeugbauer Boeing und Airbus sind mit ersten Großaufträgen in den ersten Messetag in Farnborough gestartet.
Airbus und Boeing sammeln Großaufträge ein
Akteneinsicht zu Abgasskandal bei VW wohl in dieser Woche
Bald könnte es ernst werden für die beschuldigten Manager im VW-Abgasskandal. Früher als erwartet dürfen ihre Anwälte Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen. Drohen …
Akteneinsicht zu Abgasskandal bei VW wohl in dieser Woche
EU-Kommission mahnt Airbnb wegen Regelverstößen ab
Brüssel (dpa) - Pünktlich zur Hauptreisesaison nimmt die EU-Kommission den US-Zimmervermittler Airbnb ins Visier.
EU-Kommission mahnt Airbnb wegen Regelverstößen ab
Die meisten zwischen 18 und 64 leben von ihrer Arbeit
Wiesbaden (dpa) - In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die mit ihrem Job ihren Lebensunterhalt bestreiten. Im vergangenen Jahr traf das auf 72 Prozent der …
Die meisten zwischen 18 und 64 leben von ihrer Arbeit

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.