Geld hat keinen Wert

Aus Angst ihr Geld zu verlieren, haben sich viele Sparer zuletzt in vermeintlich sichere Staatsanleihen und Zinspapiere geflüchtet. Das könnte ein Fehler sein.

Staatlich garantierte Zinsprodukte, also Staatspapiere und Einlagenprodukte der Banken, wurden noch nie so schlecht verzinst wie im Moment. Solange staatliche Garantien ihren Wert haben, ist die Form der Geldanlage sicher. Die Geschichte zeigt aber auch, dass alle Inflationen – direkt oder indirekt- mit hoher Staatsverschuldung einhergingen. Vermeintlich sichere Geldanlagen sind daher bei hoher Inflation mit einem realen Kapitalverlust gleichzusetzen.

Denn Geld an sich hat keinen reellen Gegenwert, lediglich durch den Glauben ans Geld besitzt dieses einen Wert. Die Regierung „bürgt“ für den Erhalt des Nominalwertes für eine Reihe von Bankguthaben. Aber man kann es auch nahezu unbeschränkt vermehren. Früher oder später werden die riesigen Rettungspakete, die die Regierungen und Notenbanken rund um den Globus geschnürt haben, zu einem deutlichen Anstieg der Inflation führen. Spätestens dann wird die Blase am Zins- und Anleihenmarkt platzen. Man sollte also jetzt schon an die Zeit nach der Krise denken. Bei Inflation kann das Ersparte nur mit Anlagen in reale Vermögenswerte also gewisse Rohstoffe, Immobilien, Aktien und Gold in Sicherheit gebracht werden.

Deshalb mein Rat: Nur den Notgroschen und Geld für mittelfristige Anschaffungen in Garantieprodukte stecken. Die Altersvorsorge muss hingegen überwiegend mit inflationsgeschützten Anlageformen erfolgen.

Gold zum Beispiel bietet einen gewissen Inflationsschutz. Allerdings unterliegt auch der Goldpreis starken Schwankungen. Deshalb gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Hinzu kommt, dass eine Anlage in Goldbarren oder -Münzen teils mit beträchtlichen Gebühren verbunden ist. Eine interessante Alternative sind Exchange Traded Funds (ETF). Das sind Wertpapiere, die einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold verbriefen und an der Börse gehandelt werden können.

Neben Gold gehören weitere reale Vermögensklassen wie Immobilien, Grund und Boden und bestimmte Rohstoffe ins Krisendepot. Mutige Anleger sollten jetzt gute Aktienfonds oder auch einen flexiblen Mischfonds eines Vermögensverwalters ins Depot legen. Bei den Zertifikaten reichen einfache Basisprodukte, die bestimmte Anlageklassen abbilden. Alles andere braucht kein Mensch. Je nach Risikoneigung und Zielplanung können dann Anlageklassen zueinander gemischt werden.

Jedes Anlagedepot sollte zwei Bausteinen bestehen, die sowohl für Inflation als auch für den Fall einer jahrelangen weltweiten Wirtschaftsflaute geeignet ist. Geldkontoanlagen und Immobilien mit Grund und Boden, Industrieanleihen und Gold sowie andere Rohstoffe sowie Zinspapiere und Aktien funktionieren jeweils in einer der beiden Situationen richtig gut. Damit kommt man gut durch jede Krise.

Autor:

Gottfried Urban, Neue Vermögen AG

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