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Müssen sich künftig immer mehr Menschen auf den Weg zur Agentur für Arbeit machen? 

Wirtschaftsforscher befürchten: Vier Millionen Arbeitslose im Herbst

Berlin - Deutschland muss sich auf den schlimmsten Abschwung seit 80 Jahren gefasst machen. Wirtschaftsforscher befürchten: Im Herbst könnten vier Millionen Menschen ohne Arbeit sein.

Im laufenden Jahr schrumpft die Wirtschaftsleistung nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute um sechs Prozent.

Auch die Bundesregierung rechnet mit einem Einbruch von mindestens fünf Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagte der Bundesrepublik für 2009 ebenfalls ein Minus von 5,6 Prozent voraus und prophezeite für 2010 ein weiteres Rezessionsjahr.

Die Regierung trommelte am Mittwoch einen Krisengipfel zusammen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach dem vierstündigen Treffen mit Wirtschaftsverbänden, Firmenvertretern und Gewerkschaften, dies belege den “Zusammenhalt in unserer Gesellschaft“ angesichts der schweren Finanzkrise.

Merkel: "Kein drittes Konjunkturpaket"

Forderungen der Gewerkschaften nach einem dritten Konjunkturpaket im Volumen von 100 Milliarden Euro lehnte die CDU-Chefin ab. Die allermeisten Teilnehmer seien mit der Regierung einer Meinung, “dass wir nicht von einem dritten Konjunkturpaket sprechen sollten“. Die Maßnahmen der ersten beiden Programme müssten zunächst einmal wirken.

Die beschlossenen Instrumente würden aber zum Teil weiterentwickelt, sagte Merkel. Als Beispiel nannte sie Pläne zur nochmaligen Verlängerung des Kurzabeitergelds.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen laut “Süddeutscher Zeitung“ mit einem Verlust von mehr als einer Million Arbeitsplätzen in diesem Jahr. Die Arbeitslosigkeit werde im Herbst die Vier-Millionen-Marke überschreiten. Im Durchschnitt gehen die Forscher von 3,7 Millionen Arbeitslosen in diesem Jahr und knapp 4,7 Millionen 2010 aus.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wiesen ebenfalls Spekulationen über ein weiteres Konjunkturpaket als “kontraproduktiv“ und “völlig falsches Signal“ zurück. Zu Warnungen des DGB, angesichts möglicher Massenentlassungen drohten soziale Unruhen, sagte Guttenberg, dieses Szenario halte er für “absurd“.

Zu den Konjunkturprognosen von minus sechs Prozent für dieses Jahr sagte Merkel: “Dies zeigt, dass wir einen schweren Wirtschaftseinbruch haben.“

Guttenberg sagte voraus, es stehe ein “sehr, sehr schweres Jahr“ bevor. Besonders kritisch sei die Lage in der Exportindustrie. Steinbrück sagte, alle Teilnehmer seien sich einig gewesen, “dass die Abwärtsdynamik nicht gebremst ist“. Ein Minus mit einer fünf vor dem Komma sei angesichts der aktuellen Wirtschaftsdaten “nicht unwahrscheinlich“.

Die Bundesregierung ging in ihrer bisherigen Prognose noch von minus 2,25 Prozent aus. Kommende Woche will sie ihre Vorhersage anpassen.

Exportnation Deutschland besonders stark gebeutelt

Laut IWF schrumpft die Weltwirtschaft in diesem Jahr zum ersten Mal seit sechs Jahrzehnten. Der Einbruch liege bei 1,3 Prozent. In Japan ging es mit einem Rückgang von 6,2 Prozent demnach noch stärker abwärts als in Deutschland. Relativ glimpflich kommen nach dieser Prognose die USA mit einem Minus von 2,8 Prozent davon. Mit einer Rezession im Bereich von 5 bis 6 Prozent, die Commerzbank hatte vor vier Wochen sogar von 7 Prozent gesprochen, wäre die besonders exportabhängige deutsche Volkswirtschaft noch weitaus heftiger getroffen als die der meisten anderen Industriestaaten - ebenso wie Japan. Es wäre der schärfste Konjunktureinbruch seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre. Die Talfahrt könnte noch weiter gehen: Für Deutschland erwartet der IWF auch für das nächste Jahr noch einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts, nämlich um 1,0 Prozent. Ende## AP

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