Mobil bleiben und Geld sparen: Autoteilen liegt im Trend

- Ein Auto ist eine teure Investition. Anschaffung, Versicherung, Steuer, Wartung und der hohe Benzinpreis gehen der Geldbörse ans Leder. Es gibt eine Alternative, bei der man mobil bleibt und trotzdem Geld spart: Carsharing (Autoteilen). "Wenn man weniger als 7000 Kilometer pro Jahr fährt, ist das rentabel", meint Jürgen Tesch, Chef von Stattauto München.

<P>So funktioniert's</P><P>Vor 13 Jahren starteten erste Unternehmen in Berlin und in der Schweiz mit dem Geschäftsmodell Auto-Teilen. München folgte bald. "Wir haben bereits vor elf Jahren angefangen", sagt Tesch, "und haben seitdem auch Zuwachs." Der Gedanke sei gewesen, das Prinzip des nachbarschaftlichen Teilens eines Fahrzeugs zu einer Dienstleistung zu optimieren. "Bei uns wird ein Teilnahmevertrag abgeschlossen", erklärt Tesch. Eine einmalige Aufnahme- und eine monatliche Grundgebühr von sieben Euro werden fällig. Sobald der Kunde eine Kaution hinterlegt hat, kann's losgehen.<BR><BR>Abholen mit Chipkarte</P><P>Mit Chipkarte und Geheimnummer kann der Kunde ein Auto zum Beispiel an einer von rund 50 Stationen von Stattauto in München abholen. Anschließend muss er das Fahrzeug an diese Station zurückbringen. Abgerechnet wird unter anderem nach gefahrenen Kilometern. Für einen Kleinwagen wie einen Opel Corsa sind bei einstündiger Nutzung und zehn gefahrenen Kilometern etwa 7,50 Euro fällig - Benzin inklusive.<BR><BR>Stattauto hat inzwischen 4000 Kunden und 160 Fahrzeuge, zur Ferienzeit noch mehr. "Für jemanden, der täglich auf ein Auto angewiesen ist, ist Carsharing Unsinn", gibt Tesch zu. In Frage kommt es für Leute, die gelegentlich Ausflüge machen oder Großeinkäufe tätigen wollen und ansonsten ganz gut ohne eigenen Wagen zurecht kommen.<BR><BR>Insgesamt 500 Nutzer und 20 Fahrzeuge hat Stadtteilauto München. Das Procedere ist ähnlich. "Bei uns wird ein Nutzungsvertrag abgeschlossen und wir erheben monatlich eine Verwaltungsgebühr von sechs Euro", erklärt Inhaber Walter Ernst. Auch er sieht Sparmöglichkeiten: "Wenn man selbst ein Auto besitzt, hat man Fixkosten von bis zu 3500 Euro - und ist noch keinen Kilometer gefahren." Das bestätigten ihm die Kunden: "Einige sagen, dass sie nun wieder Geld auf dem Konto haben." Abgerechnet wird bei Stadtteilauto auch eine Summe, die sich aus der Zeit und den gefahrenen Kilometern ergibt.<BR><BR>Nachbarn teilen</P><P>"Carsharing ist ein zusätzliches Mobilitätsangebot, aber keine Alternative für das eigene Auto", meint Rudolf Gliewe, Verkehrsmarketingchef beim ADAC Südbayern. Ein anderes Modell, ganz ohne Unternehmen, hält Gliewe für sinnvoll. Wenn sich Arbeitskollegen, Nachbarn oder Freunde ein Auto teilen. "Dafür bieten wir einen fertigen Vertrag an, in dem alles geregelt ist", sagt Gliewe. Dieser Vertrag könne in jeder ADAC-Geschäftsstelle kostenlos abgeholt werden.<BR><BR>Vom Zug ins Auto</P><P>Auch die Bahn bietet einen Carsharing-Service an. Reisende, die nach der Ankunft am Ziel mobil sein wollen, können sich ein Auto reservieren. "In 50 Städten geht das schon", erklärt Doris Johnsen von der Bahn. Auch in München. Die Bahn arbeitet mit den Anbietern vor Ort zusammen. Auch bei der Bahn muss ein Vertrag abgeschlossen werden, bevor mit einer Kundenkarte ein Fahrzeug gemietet werden kann.<BR></P>

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