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Mobiler Computer-Doktor träumt von einem eigenen Laden

- München - Aldo Peterlongo öffnet seinen Aktenkoffer aus schwarzem Leder mit Zahlenschloss. Aber nicht Papiere oder sonstige Unterlagen holt er heraus. Stattdessen zieht der 34-Jährige einen Pinsel aus einer der Lederschlaufen, in denen üblicherweise Kugelschreiber oder Bleistifte untergebracht sind. Bei Peterlongo dienen sie außerdem als Halterung für verschiedene Schraubenzieher. Der 34-jährige "Halb-Bayer, Halb-Italiener" hat vor knapp drei Monaten in München eine Ich-AG gegründet, und zwar einen EDV-Service für kleine Firmen und Privatpersonen.

An sieben Tagen in der Woche kann man ihn von 7 bis 23 Uhr anrufen. Heute tauscht er bei Karin Schott die Grafikkarte aus. Tochter Laura liebt Computerspiele, aber der fünf Jahre alte PC hat eine 8-Megabyte-Grafikkarte, und die reicht nicht aus für die neueren Spiele. "Ich habe Ihnen eine 128 Megabyte-Karte mitgebracht", erklärt Peterlongo seiner Kundin. Schnell tauscht er die Karten aus und säubert den Rechner. Auch die kabellose Maus ist zügig angebracht, die ihm Karin Schott mit fragendem Blick hinhält. "Ich habe sie schon vor einiger Zeit gekauft." "Kein Problem", antwortet Aldo Peterlongo.<BR><BR>Der gelernte PC-Benutzer-Service-Techniker war bei einem Elektrofachhandel fest angestellt, bevor diese Dienstleistung an einen Subunternehmer vergeben wurde. "Ich wollte mich schon immer selbstständig machen", sagt Peterlongo "und das war jetzt die Möglichkeit." Schon während seiner Festanstellung sei er öfters von Kunden angesprochen worden, ob die Techniker der Handelskette zu den Kunden nach Hause kommen würden. "Ich wusste also, dass Bedarf herrscht." Davon war auch seine Beraterin bei der Agentur für Arbeit überzeugt, und sie befürwortete sein Konzept.<BR><BR>Das allerdings war so detailliert, wie es eigentlich für den Existenzgründerzuschuss gar nicht nötig ist, sondern nur für das Überbrückungsgeld. "Ich wollte genau wissen, was da auf mich zukommt", sagt Peterlongo. Deshalb besuchte er Kurse beim Büro für Existenzgründungen (BfE) und erstellte ein genaues Konzept. Zusätzliche Unterstützung fand er bei der Industrie- und Handelskammer. Dort hat er auch seinen Gewerbeschein beantragt. "Zwei Tage später hat ihn mir das Kreisverwaltungsreferat dann zugeschickt."<BR><BR>So unkompliziert die Gründung war, der frisch gebackene Selbstständige ist mit dem Start seines Unternehmens nicht zufrieden. 19 Aufträge hat er bisher durchgeführt. "Ich inseriere viel in Zeitungen und habe Handzettel verteilt, aber es läuft etwas schleppend an." Die Leute hätten einfach eine falsche Preisvorstellung. Im Schnitt werde nur aus zwei von fünf Anfragen etwas. "Wenn ich noch billiger arbeite, lohnt es sich überhaupt nicht mehr." Von Gewinn könne sowieso noch keine Rede sein. Deshalb ist er sehr froh darüber, dass er nicht viel in sein Unternehmen investieren musste. "Das Auto hatte ich schon, also musste ich lediglich das Werkzeug kaufen. Das hat nur um die 30 Euro gekostet." Was er sonst noch an Diagnoseprogrammen, Startdisketten oder Updates auf CD braucht, besaß er schon vorher.<BR><BR>Wie kommt er finanziell zurecht? "Ich lebe zurzeit von meinem Ersparten, von den 600 Euro Zuschuss bleibt ja nicht viel." Man könne sich kaum die Butter aufs Brot leisten, geschweige denn in einer Stadt wie München Miete bezahlen. Deshalb lebt er bei seiner Mutter. "Sie hat zum Glück Verständnis für meine Situation." Aber wenn sein Geschäft mal ein bisschen angelaufen ist, hat er vor der eigenen Wohnung noch einen anderen Traum: "Meinen eigenen Laden."<BR>

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