Mobilfunk: E-Plus trotzt dem Preiskampf und zieht O2 davon

München - Der nach Kundenzahl kleinste deutsche Handynetzbetreiber O2 hat auch im zweiten Quartal 2007 einen Umsatzrückgang verbucht und verliert damit weiter an Boden gegenüber dem Wettbewerber E-Plus. Die Mobilfunkerlöse der Münchner sanken zwischen April und Juni nach eigenen Angaben im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 727 Millionen Euro und damit den zweiten Drei-Monatsabschnitt in Folge.

E-Plus dagegen blieb trotz des rapiden Preisverfalls in der Branche auf Wachstumskurs. Wie das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf mitteilte, stiegen die Umsätze um 2,5 Prozent auf 700 Millionen Euro.

Auch beim Gewinn von Neukunden machte E-Plus im zweiten Quartal größere Schritte. Gegenüber dem Vorjahr vergrößerte sich der Kundenstamm um 14 Prozent auf gut 13,5 Millionen. O2 konnte zwar ebenfalls kräftig zulegen, blieb aber mit einem Plus von 12 Prozent auf 11,6 Millionen deutlich hinter seinem härtesten Konkurrenten zurück.

"Trotz sinkender Preise in einem stagnierenden Markt gelingt es uns, bei allen wichtigen Erfolgsparametern gegen den Markttrend zu wachsen", erklärte E-Plus-Chef Thorsten Dirks bei der Bekanntgabe der Zahlen am Montag. Nach Ansicht von Branchenbeobachtern profitiert sein Unternehmen von der Mehrmarkenstrategie, die vor zwei Jahren mit der Einführung von Simyo eingeschlagen wurde. Mit der Billigmarke habe es E-Plus geschafft, neue Zielgruppen anzusprechen und zu gewinnen, wie Dan Bieler von der Beratungsgesellschaft IDC sagt.

O2 will in den nächsten Monaten mit attraktiveren Tarifen und niedrigeren Kosten aufholen. Bereits letzte Woche hatte das Management deswegen den Abbau von 700 Stellen angekündigt. 

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