Mobilfunkfirma O2 holt weiter auf

- München - Der Mobilfunkbetreiber O2 macht in Deutschland auch dank seiner Kooperation mit der Kaffeeröster-Kette Tchibo weiter Boden gut. Im abgelaufenen Quartal gewann der nach Nutzerzahlen kleinste Netzbetreiber rund 412 000 neue Kunden hinzu. "Unser Unternehmen wächst solide", sagte O2-Deutschland-Chef Rudolf Gröger am Mittwoch in München. O2 Germany trieb so auch das Wachstum der britischen Mutter O2 voran. Der neue Mobilfunkstandard UMTS spielt bei O2 in Deutschland noch keine Rolle.

Im abgelaufenen Quartal - für O2 war es das erste des Geschäftsjahres 2005/06 (31. März) - fiel das Wachstum langsamer aus als im Vorquartal. Zum Start ins Kalenderjahr hatte O2 rund 578 000 Kunden gewonnen. Gröger begründete dies mit saisonalen Effekten. In den vergangenen zwölf Monaten stieg die O2-Kundenzahl um ein Drittel auf 8,4 Millionen Handynutzer. Dies entspricht einem Marktanteil von 11,4 Prozent. Spätestens bis Mitte kommenden Jahres soll die 10-Millionen-Marke geknackt werden.Durch die Kooperation mit Tchibo gewann O2 im abgelaufenen Quartal 83 000 Kunden, insgesamt sind es inzwischen 335 000. Im Gegensatz zu Konkurrent E-Plus will O2 weiterhin nicht mit einer eigenen Billigmarke antreten. "Für uns ist das im Moment kein Thema", sagte Gröger. Er halte es für möglich, dass Tchibo die Minutenpreise im laufenden Jahr senken könnte, da die E-Plus-Marke Simyo günstiger ist.UMTS spielt bei O2 Germany noch praktisch keine Rolle. "Im Moment sind die Kundenzahlen nicht relevant", sagte Gröger. Im Weihnachtsgeschäft werde man mehr UMTS-Handys im Angebot haben. O2 rechnet damit, dass sich dann 20 Prozent der neuen Kunden für den neuen Mobilfunkstandard entscheiden.Weltweit steigerte der britische O2-Konzern die Zahl der Kunden im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 646 000 auf 24,6 Millionen. Weiter ausgebaut werden soll das Geschäft erst einmal aus eigener Kraft. O2 führe derzeit keine Fusionsgespräche, sagte Vorstandschef Peter Erskine in London. Seit dem Scheitern der Verhandlungen mit KPN habe es keine neuen Gespräche gegeben. In Presseberichten war in den vergangenen Monaten wiederholt über eine Übernahme der Gesellschaft spekuliert worden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Siemens setzt bei Personalabbau auf Kompromissbereitschaft
Mit massiven Protesten haben Arbeitnehmervertreter auf die angekündigten Stellenstreichungen bei Siemens reagiert. Und weitere Demonstrationen sind geplant. Der Vorstand …
Siemens setzt bei Personalabbau auf Kompromissbereitschaft
Flughafen BER: Noch 30 "technische Risiken" im Terminal
Berlin (dpa) - In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bestehen derzeit etwa 30 "technische Risiken" von …
Flughafen BER: Noch 30 "technische Risiken" im Terminal
Strom bleibt 2018 teuer
Strom wird im kommenden Jahr wieder nicht günstiger - obwohl die Versorger etwas billiger einkaufen konnten und Umlagen zurückgehen. Geben die Konzerne Entlastungen …
Strom bleibt 2018 teuer
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen
Bonn/Frankfurt (dpa) - Die Deutsche Post ist mit Millionen erfundenen Briefen betrogen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittele in dem Fall, sagte ein Postsprecher.
Post mit Millionen erfundenen Briefen betrogen

Kommentare