Mobiltelefon mit Guthabenkarte im Ausland häufig teurer als Vertrag

- Wer sein Handy mit auf Reisen nimmt und vom Strand aus gern daheim anruft, muss für die Bequemlichkeit teuer bezahlen. Ob mobiles Telefonieren wenigstens innerhalb der Europäischen Union schon ab kommendem Jahr deutlich günstiger wird, wird derzeit heiß diskutiert.

Die Urlaubssaison 2006 geht jedenfalls noch reichlich ins Geld. Vor allem für Reisende mit Guthabenkarte. Prepaid-Tarife, mit denen man in Deutschland sparen kann, sind im Ausland häufig ein besonders teurer Spaß - noch teurer als die Gebühren für Vertragskunden. Dass Nutzer von Prepaid-Angeboten nur im Inland sparen, auf Reisen dagegen in der Regel überdurchschnittlich stark zur Kasse gebeten werden, ist nach Einschätzung von Bettina Seute vom Online-Ratgeberdienst teltarif.de nur den wenigsten Verbrauchern bekannt. Munteres Plaudern am Urlaubsort sollten sich Besitzer von Guthabenhandys mit deutschen Spartarifen reiflich überlegen. Auch das Verschicken von Kurznachrichten ist viel teurer als von daheim gewöhnt. Guthaben-Kunden werden beispielsweise für die Gesprächsminute aus Spanien oder Italien nach Deutschland mit bis zu 1,53 Euro belastet. Aus der Türkei werden bis zu 2,30 Euro pro Minute fällig, aus Ägypten oder Rumänien etwa 2,59 Euro, je nach Anbieter. Da kommen Vertragskunden meist deutlich billiger weg, manchmal mit nur halb so hohen Gebühren.

Michael Wolf, Telekommunikationsexperte bei der Stiftung Warentest, meint: "Aufgepasst, Discounter sind im Ausland zum Teil besonders teuer, auf jeden Fall nicht mehr so billig wie im Inland." Außerdem gibt es für Prepaid-Handys im Ausland keine günstigen Nebenzeiten. Die Tarife gelten rund um die Uhr - anders als das bei vielen Laufzeitverträgen geregelt ist.

Nicht nur abgehende Gespräche sind für Guthabenkunden kostspielig, auch die eingehenden Telefonate werden häufig teurer abgerechnet als bei Vertragskunden üblich. Grundsätzlich gelte: Im Ausland zahlt der Angerufene in jedem Fall mit. Sich auf Reisen anrufen lassen, ist prinzipiell nur etwas günstiger, als selbst anzuwählen. Im Ausland wird der Verbraucher in der Regel auch für eine eingehende MMS zur Kasse gebeten. Der SMS-Empfang im Urlaub ist dagegen immer kostenlos.

Das Handy im Ausland so wenig wie möglich zu nutzen - das rät Wolf allen Handybesitzern, die ihre Kosten auf Reisen im Griff behalten wollen. Auf Gespräche zwischen zwei deutschen Handy-Besitzern am Urlaubsort in der Fremde sollte verzichtet werden. "Solche Anrufe gehen gleich richtig ins Geld, auch dann, wenn beide Gesprächspartner den gleichen deutschen Netzbetreiber haben", warnt Seute.

Ferien-Telefonate auf ein Minimum reduzieren

Wichtig ist, die Mailbox abzuschalten. Sonst kann folgendes passieren: Der Anruf läuft ins Ausland, wird zurückgeschickt, wenn man nicht erreichbar ist, und landet dann erst im heimischen Anrufbeantworter. Dabei entstehen hohe Kosten. Das Deaktivieren der voreingestellten Mailbox-Funktion geht über das Menü des Geräts. Wer das vor Reisebeginn noch zu Hause erledigt, geht auf Nummer sicher. Wer sich rechtzeitig über die besten Tarife im Ausland informiert, kann sich von Hand ins billigste Telefonnetz im Ferienland einwählen und so die oft teurere automatische Netzeinwahl seines Handys gleich hinter der Grenze umschiffen. Durch manuelle Netzwahl lassen sich laut teltarif.de bis zu 50 Prozent der "Roaming"-Kosten sparen - das sind die Preise, die anfallen, wenn man das Mobilfunknetz des ausländischen Betreibers benutzt.

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