Modellvielfalt beim Finanzieren: Fremdes Geld fürs eigene Auto

- Noch nie waren Autos so teuer wie heute. Andererseits klafften Listen- und Kaufpreis noch nie so weit auseinander. Hersteller lassen sich ständig Neues einfallen, um ihre Modelle auf die Straße zu bringen. Die einen spendieren Kraftstoff, andere übernehmen den Kaskotarif, die Kfz- oder gar die Mehrwertsteuer.

<P>Rund die Hälfte aller Privatkäufe wird nach Angaben der Autobanken inzwischen per Kredit oder Leasing finanziert. "Auch viele, die sich Barzahlung leisten könnten, gehen diesen Weg", sagt Dietmar Kupisch von der Volkswagen Bank. Es empfiehlt sich genau zu kalkulieren. Der Kunde muss sich auch bei der Finanzierung unter einer stetig wachsenden Zahl von Modellen orientieren.<BR><BR>Die höchste Rate zuletzt</P><P>Recht neu ist die "Ballonfinanzierung" - auch Schlussratenmodell genannt. Sie soll die Vorteile von Leasing und Kreditkauf verbinden. Man zahlt niedrige Raten und kann am Ende wählen: Man zahlt die hohe Schlussrate und wird Eigentümer. Man vereinbart eine Anschlussfinanzierung. Oder man gibt das Auto zurück. "Bei uns entfallen 60 % aller Neuverträge auf dieses Modell", sagt VW-Banker Kupisch.<BR><BR>Das kostet nicht viel mehr als eine Finanzierung, resümiert die Stiftung Warentest. Doch Silvia Schattenkirchner vom ADAC warnt: "Viele verschätzen sich mit der Schlussrate und müssen einen zweiten Kredit aufnehmen. Dann wird es teuer." Probleme kann es auch bei der Rückgabe geben, weil überzählige Kilometer oder sonstige wertmindernde Faktoren zu Lasten des Kunden gehen.<BR></P><P>Auf Restwert achten</P><P>Lange lohnte sich Leasing nur für Gewerbetreibende. Inzwischen gibt es Angebote vor allem von Leasing-Banken, die zum Teil sogar die Kreditfinanzierung unterbieten: Die Raten sind niedrig, und nach Vertragsende kann man in das nächste Modell umsteigen. "Beliebt sind auch Kombiprodukte, bei denen Service und Versicherung in den Raten enthalten sind", sagt Michael Rebstock von BMW.<BR><BR>Zur Wahl steht oft die Abrechnung nach Restwert oder Laufleistung. Die Stiftung Warentest rät zur Laufleistung: Diese lasse sich gut einschätzen. Dagegen sei der Verbraucher kaum in der Lage, die Restwertkalkulation nachzuprüfen.<BR><BR>Hausbank oder Händler</P><P>Keine solchen Überraschungen gibt es in der Regel beim klassischen Kredit. Es stellt sich die Frage: Soll das Geld bei der Hausbank oder einer Autobank aufgenommen werden? Ein effektiver Jahreszins von unter 1,0 % ist bei Autobanken keine Seltenheit. Einige haben sogar die Null-Prozent-Finanzierung ausgerufen. Die Konkurrenz rechnen anders: "Wer über uns finanziert, kann als Barzahler auftreten", sagt Thomas Meyer vom Finanzvermittler Dr. Klein & Co. Da bei den Angeboten der Händler in der Regel kein Spielraum für Nachlässe vorhanden ist, können sich trotz höheren Zinssatzes Vorteile ergeben.<BR><BR>Wer bei 36 Monaten Laufzeit und 7 % Zins das 0,9-Prozent-Angebot der Autobank übertreffen will, muss nach Berechnungen der Stiftung Warentest einen Rabatt von über 8,5 % erzielen. Hohe Rabatte kann man aber meist nur bei Mauerblümchen oder Auslaufmodellen holen.<BR><BR>Die Autobanken verweisen darauf, dass sie dem Kunden doppelte Wege ersparen - schließlich steht ja zugleich die Zufriedenheit mit der Marke auf dem Spiel. Einen Trumpf sieht man auch in der Drei-Wege-Finanzierung: "Die Rücknahme des Autos können Hausbanken nicht bieten", sagt Kupisch. Die VW-Bank hat sich vor gut einem Jahr noch etwas Spezielles einfallen lassen: Kredit- oder Leasingverträge von Volkswagen, Skoda und Seat umfassen jetzt auch eine Arbeitslosenversicherung, die notfalls für die Raten aufkommt. Erfolg in unsicheren Zeiten erfordert besondere Ideen.<BR></P>

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