Modernisierungsstau im Heizungskeller

Ruf nach Gesetzgeber: - Berlin - In den deutschen Heizungskellern verpufft die Energie: Fast vier Millionen Heizungsanlagen sind technisch veraltet, arbeiten ineffizient und belasten somit den Geldbeutel, vermutet der Branchenverband. Jährlich kämen 300 000 Anlagen hinzu, die die Altersgrenze von 25 Jahren überschritten, berichtet der Branchenverband.

Die Mehrheit der Bürger nimmt das jedoch hin. Hauptgrund dafür sei zumeist schlichte Unwissenheit. So hat eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) ergeben, dass 70 Prozent der Bundesbürger überzeugt sind, ihre Heizung sei technisch auf dem neuesten Stand. Die Realität ist davon weit entfernt: Laut ZVSHK könnte die benötigte Wärme schon heute mit der Hälfte des Energieeinsatzes erzeugt werden ­ vorausgesetzt, die alten Anlagen würden konsequent modernisiert.

Im Einsatz von Brennwerttechnik und beispielsweise Solarenergie sieht der Verbandschef ZVSHK-Präsident Bruno Schliefke ein enormes Einsparpotenzial. Er wies darauf hin, dass allein in Deutschland jährlich über 800 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen würden, 10,4 Tonnen pro Einwohner. Davon gingen fast einViertel zu Lasten der Wärmeerzeugung und Warmwasserbereitung. "Das sind 44 Prozent mehr, als jeder Deutsche durch den privaten Straßenverkehr verursacht." Die Bundesregierung will hier ab 2008 durch den verpflichtenden Gebäudeenergieausweis einhaken. Zudem sollen bei der Wärmeerzeugung verstärkt erneuerbare Energien zum Einsatz kommen.

Schliefke fordert indes drastischere Maßnahmen: "Um das deutsche Förderchaos erster Klasse zu beenden, sollte die Bundesregierung ein regeneratives Wärmegesetz erlassen, das verbindliche Eckwerte festsetzt." Nur so sei sichergestellt, dass künftig in allen deutschen Heizungskellern die Effizienz gesteigert, der CO2-Ausstoß verringert ­ und der Geldbeutel auf lange Sicht geschont werde.

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