+
Nach monatelangem Tief könnten die Milchpreise wieder steigen.

Molkereien rechnen mit höheren Milchpreisen

Berlin - Die Molkereien sehen nach dem monatelangem Tief wieder Chancen für höhere Milchpreise. Die Verbraucher müssen daüfr höhere Preise bezahlen.

“Die Notierungen für die wichtigsten Milchprodukte haben ihre Talfahrt beendet“, teilte der Milchindustrie-Verband am Donnerstag in Berlin mit. Die Anbieter von Milchprodukten hätten in Deutschland und international höhere Preisforderungen durchsetzen können. Je nach der Erlössteigerung für Handel, Export und Weiterverarbeitung würden auch die Milchpreise für die Bauern wieder steigen. Wann die Verbraucher deutlich mehr für Milch, Käse und Quark zahlen müssen, ließ der Verband offen.

Lesen Sie auch:

Bauern: Gute Ernste -schlechte Preise

Aigner fordert von EU mehr Hilfe für Milchbauern

Die Milchbauern sehen sich zunehmend unter Druck. Angesichts der deprimierenden Entwicklung für viele Milchbauern seien kurzfristige Maßnahmen nötig, schrieb Bauernpräsident Gerd Sonnleitner an Landwirtschaftsminister Ilse Aigner (CSU) und EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel. Er bekräftigte die Forderung nach mehr Exporthilfen der EU, höheren Stützungspreisen und einem Ausbau der Schulmilchprogramme. Eine Senkung der Milchmenge, wie sie die Milchviehhalter verlangen, hält er nicht für sinnvoll.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter warf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) Versagen vor. Merkel und Steinmeier hätten Unterstützung zugesagt, bisher aber keine nationalen Möglichkeiten für höhere Preise eingeleitet, sagte Verbandschef Romuald Schaber. Die Grünen-Verbraucherpolitikerin Ulrike Höfken machte sich ebenfalls für eine Mengenregulierung stark.

In Bayern streiten CSU und FDP über die Milchpolitik. Die CSU warf der FDP eine Blockadehaltung vor. Die Bayern-FDP hatte eine Bundesratsinitiative von Agrarminister Helmut Brunner (CDU) zur Kürzung der Milchquote in der EU gestoppt. Der Agrarexperte der FDP- Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, warf der CSU vor, sie wolle Planwirtschaft.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Bis zu 10 000 Euro mehr will Ryanair seinen Flugzeugführern unter anderem in Berlin und anderen Standorten zahlen. Damit will die Airline verhindern, dass es zu weiteren …
Ryanair bietet Piloten mehr Geld an
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Eine Entscheidung ist es noch nicht, aber die Richtung scheint klar: Der deutsche Marktführer Lufthansa soll bei Air Berlin das größte Stück vom Kuchen haben. Doch der …
Lufthansa könnte große Teile der Air Berlin übernehmen
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf
Am Bau und im Gastgewerbe stoßen die Ermittler auf die meisten Mindestlohnverstöße. Am auffälligsten sind Erfurt, Magdeburg und Berlin. Aber reichen die Kontrollen aus?
Ermittler spüren 2433 Mindestlohn-Verstöße auf
Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten
Die Pläne für eine Thyssenkrupp-Stahlfusion sorgen weiter für Zündstoff. Vor allem in der Belegschaft herrscht große Verunsicherung. Betriebsrat und IG Metall lehnen das …
Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten

Kommentare