Die wichtigsten Fragen und Antworten

Darum gibt es montags keine Post mehr

München - Die Post trägt montags derzeit keine Briefe mehr aus. Wir erklären die Hintergründe - und wie lange die Maßnahme gilt.

Viele Menschen wundern sich, dass ihr Briefkasten am Wochenanfang immer häufiger leer geblieben ist. Wie sich jetzt herausstellt, ist das kein Zufall: Die Post spart sich offenbar die Kosten für die Sonntagsarbeit in den Briefzentren. Das Handelsblatt zitiert aus einem Mitarbeiterbrief der Niederlassung Hamburg-Süd: „In den kommenden fünf Wochen (10. August bis 7. September 2015) werden die Breifzentren sonntags eingeschränkt arbeiten. In der Zustellung liegen daher am Montag nur Tageszeitungen und Pakete vor.“ Die tz erklärt, was es mit dieser ungewöhnlichen Ankündigung auf sich hat:

Warum stellt die Post jetzt montags weniger Briefe zu? 

Die Post selber sieht diesen Schritt als eine Folge des Post-Streiks. Während des Ausstandes hätten die Beamten – die nicht streiken dürfen – besonders viele Überstunden angehäuft. Die sollen jetzt abgebaut werden. Dafür sei der Montag ideal, „weil er der sendungsärmste Tag in der Woche ist, da fallen nur zehn bis elf Prozent des üblichen Aufkommens an. Manchmal sind es sogar nur fünf Prozent“, so Postsprecher Dirk Klasen.

Wie lange gilt diese Maßnahme der Post?

Die Post beteuert, die Zustellung an Montagen solle nur in den Sommerferien eingeschränkt werden. Ohnehin seien in den Ferien schon Zustellungsbezirke zusammengelegt worden.

Könnte die Post sich den Montag bald ganz sparen? 

Ein Einzelfall sei die Ankündigung aus Hamburg nicht, versichert ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat dem Handelsblatt: „In den meisten anderen Bezirken war man aber schlau genug, sie nur mündlich zu transportieren.“ Kurzfristig hätte der Ärger um den blauen Montag bei der Post aber die Pläne für eine gänzliche Abschaffung der Montagszustellung aber durchkreuzt. „Wir erwarten mittelfristig einen teilweisen Ausstieg aus der Montagszustellung, um damit die Personalkosten weiter senken zu können“, argwöhnt der Aufsichtsratsmann.

Was wäre die Folge? 

Die Post müsste sich einen solchen Schritt sehr genau überlegen. Denn das Standardporto ist von der Mehrwertsteuer befreit – allerdings unter der Bedingung, dass die Briefe auch an sechs Tagen in der Woche zugestellt werden. Ein Abweichen von dieser Regelung wäre ein klarer Gesetzesverstoß. „Schon deshalb gibt es bei uns nicht den Schimmer einer Überlegung, dass wir die Montagszustellung einstellen wollen,“ weist Post-Sprecher Klasen die Spekulationen um eine Fünf-Tage-Woche bei der Post zurück.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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