Geschönte Ratings

Moody's muss 864 Millionen Dollar Strafe zahlen 

New York - Die Ratingagentur Moody's ist von zweifelhaften Kreditbewertungen aus der Zeit der Finanzkrise eingeholt worden.

In Verhandlungen mit dem US-Justizministerium und 21 Bundesstaaten einigte sich Moody's auf eine Vergleichszahlung in Höhe von 864 Millionen Dollar (813 Millionen Euro), wie das Ministerium am Freitag (Ortszeit) in Washington mitteilte.

Das Justizministerium hatte der Agentur vorgeworfen, hochriskante Wertpapiere, die zum Teil mit faulen Immobilienkrediten besichert waren, viel zu positiv bewertet zu haben. Damit seien Kunden zum Kauf der Papiere verleitet worden, deren hohes Risiko ihnen nicht bewusst gewesen sei. Derartige Immobilienpapiere standen im Zentrum der Entwicklung, die 2008 zur Weltfinanzkrise führte.

Das Justizministerium zeigte sich zufrieden mit dem Vergleich. Moody's zahle nicht nur eine "beträchtliche Strafe", sondern habe zudem sein Fehlverhalten eingestehen müssen, erklärte es. Mit der Bewertung solcher Papiere gehe die Agentur nun vorsichtiger um.

Im Jahr 2015 hatte das Ministeriums bereits einen solchen Vergleich mit Standard and Poor's geschlossen, einem Konkurrenten von Moody's. Die Agentur hatte 1,37 Milliarden Dollar zahlen müssen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Minister Schmidt eröffnet Grüne Woche
Berlin (dpa) - Mit einem Abendempfang wird die Internationale Grüne Woche heute in Berlin zum 83. Mal eröffnet. Dabei stellt sich das Partnerland Bulgarien den Gästen …
Minister Schmidt eröffnet Grüne Woche
Apple zahlt US-Steuer von 38 Milliarden Dollar auf Auslandsvermögen
Apple wird als Ergebnis der US-Steuerreform eine Summe von 38 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) auf im Ausland angesammelte Gewinne an den US-Fiskus zahlen.
Apple zahlt US-Steuer von 38 Milliarden Dollar auf Auslandsvermögen
Dax von Eurostärke und Wall Street belastet
Frankfurt/Main (dpa) - Der hohe Eurokurs hat den Dax am Mittwoch belastet. Am Nachmittag drückte die Wall Street zusätzlich auf die Stimmung, da die Gewinne der …
Dax von Eurostärke und Wall Street belastet
Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone
Nach Jahren der Finanzkrise verzeichnet Europas Wirtschaft wieder Wachstum. Doch der Aufschwung steht aus Sicht vieler Experten auf wackeligen Füßen. Der Reformdruck …
Führende Ökonomen fordern radikale Reformen in der Eurozone

Kommentare