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Moody's sieht im Fall des Austritts Griechenlands aus der Eurozone die Gemeinschaftswährung in Gefahr.

Auch Deutschland droht die Herabstufung

New York - Während Griechenland und Spanien taumeln, verfügen andere Euroländer - wie Deutschland - über Top-Bonität. Doch die Ratingagentur Moody's droht auch ihnen mit einer Herabstufung.

Die Ratingagentur Moody's hat für den Fall eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone und von Bankenhilfe für Spanien vor einer Herabstufung von Staaten auch mit Top-Bonität einschließlich Deutschlands gewarnt. Sollte Griechenland die Eurozone verlassen, könnte dies auch die Ratings anderer Länder der Region gefährden, erklärten die Analysten am Freitag. Zudem würden derzeit die Folgen einer Finanzspritze für spanische Banken abgeschätzt. Die Note werde bei steigenden Risiken für die Gläubiger des Landes gegebenenfalls entsprechend angepasst.

Moody's erklärte, die Probleme der spanischen Banken seien weitgehend auf Spanien beschränkt. Daher sei die Gefahr gering, dass die Probleme auf andere Länder übergreifen könnten - mit Ausnahme von Italien. Die Europäische Zentralbank hatte bereits am Markt interveniert und italienische Staatsanleihen gekauft, um die Zinsen, die Rom den Investoren zahlen muss, zu drücken.

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Moody's bewertet Spanien derzeit mit “A3“. Allerdings ist der Ausblick negativ, was bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung bei mindestens 40 Prozent liegt.

Während die Bankenkrise in Spanien vor allem ein inländisches Problem sei, bedrohe ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum die Zukunft der Gemeinschaftswährung, erklärten die Experten. Besonders betroffen wären Zypern, Portugal, Irland, Italien und Spanien bei einem “Grexit“. Alle fünf Länder sind von Moody's bereits mit negativem Ausblick bewertet. Doch auch die Bonität der übrigen Euroländer werde überprüft, sollte Griechenland den Euroraum verlassen, hieß es.

dapd

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