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Schuldenstand und schwächelnde Konjunktur

Großbritannien Top-Bonität weggenommen

London - Die Ratingagentur Moody's hat Großbritanniens Kreditwürdigkeit heruntergestuft. Die drittgrößte Volkswirtschaft der EU läuft damit Gefahr, für ihre Kredite künftig höhere Zinsen zahlen zu müssen.

Der Schuldenstand der Briten verbunden mit der schwächelnden Konjunktur gaben den Ausschlag.

Die Ratingagentur Moody's hat Großbritannien die Top-Bonität Aaa entzogen und das Land auf Aa1 herabgestuft. Ursache seien die schwache Konjunktur und die steigende Verschuldung, teilte Moody's am Freitagabend in London mit. Die mittelfristige Wachstumserwartung in Großbritannien sei „schleppend“, heißt in der Mitteilung von Moody's.

Auch die anderen beiden großen Ratingagenturen, Standard & Poors und Fitch, haben die drittgrößte Volkswirtschaft der EU seit geraumer Zeit auf einem negativen Ausblick. Im vergangenen November hatte Moody's bereits Frankreich die Bestnote in Sachen Kreditwürdigkeit entzogen. Deutschland genießt weiterhin Top-Bonität.

Großbritannien in der Schuldenfalle

Der britische Finanzminister George Osborne sagte in einer ersten Reaktion am Freitagabend, die Aktion der Ratingagentur sei ein „deutliche Erinnerung daran, welch ein Schuldenproblem unser Land hat“. Großbritannien steckt seit der Finanzkrise 2008 tief in der Schuldenfalle. Das Land ist nach internationalen Statistiken mit 86 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Osborne hatte bereits in seinem Herbststatement im Dezember bekannt, dass der Schuldenabbau mangels Wachstum nicht vor dem Haushaltsjahr 2015/2016 gelingen könne.

Die 2010 angetretene Regierung von Premierminister David Cameron hatte versucht, die Neuverschuldung mit massiven Haushaltskürzungen in den Griff zu bekommen. Das Konzept ging bisher jedoch nicht auf. Experten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit von zuletzt knapp sieben Prozent 2013 wieder steigen wird. Die Regierung hatte sich etwas Linderung von der Versteigerung von 4G-Mobilfunklizenzen versprochen. Die Auktion spülte Mitte der Woche aber 1,2 Milliarden Pfund weniger in die Staatskasse, als erhofft.

Der Kurs des britischen Pfundes ist seit Monaten auf Talfahrt, sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum US-Dollar. Die britische Notenbank hatte vor kurzem erklärt, die Inflation werde in den nächsten Jahren nicht auf die Zielmarke von zwei Prozent zu drücken sein und eher bei drei Prozent liegen.

dpa

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