Morgan Stanley leidet weniger als befürchtet unter Kreditkrise

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New York (dpa) - Die zweitgrößte US-Investmentbank Morgan Stanley hat durch die Kreditkrise wie ihre Wettbewerber zum Jahresauftakt einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis fiel aber weniger stark als von Experten befürchtet.

Trotz der turbulenten Märkte habe Morgan Stanley in einer Reihe von Geschäftsfeldern starke Ergebnisse abgeliefert, sagte Bankchef John Mack am Mittwoch in New York.

Unterm Strich verdiente die Bank im ersten Geschäftsquartal 1,5 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) und damit rund 40 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Erträge schmolzen um 17 Prozent auf 8,322 Milliarden Dollar zusammen. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten dagegen mit einem noch stärkeren Einbruch auf 7,2 Milliarden Dollar gerechnet und den Überschuss auf 1,1 Milliarden Dollar schrumpfen sehen.

Belastet wurde das Quartalsergebnis durch weitere Milliardenabschreibungen im Zuge der Finanzkrise, die insgesamt mit 2,3 Milliarden Dollar zu Buche schlugen. Allein im Hypothekengeschäft musste Morgan Stanley in den drei Monaten bis Ende Februar rund 1,2 Milliarden Dollar abschreiben.

Im Vorquartal war die Bank wegen der Finanzkrise erstmals in seiner Geschichte in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt musste die Bank 9,4 Milliarden Dollar abschreiben und verbuchte im Schlussquartal unterm Strich einen Verlust von 3,5 Milliarden Dollar. Frisches Kapital holte sich Morgan Stanley vom chinesischen Staatsfonds CIC, der sich für 5 Milliarden Dollar 10 Prozent am Unternehmen sicherte.

Mit Goldman Sachs und Lehman Brothers hatten am Dienstag zwei weitere Investmentbanken noch deutlichere Gewinneinbrüche vermeldet. Die Ergebnisse beider Häuser fielen aber ebenfalls weniger schlecht aus als befürchtet. Die Aktienkurse schossen daraufhin in die Höhe. Die Quartalsergebnisse der Investmentbanken waren an den Märkten mit großer Spannung erwartet worden: Die viertgrößte Investmentbank Bear Stearns stand zum Wochenende kurz vor der Pleite. Rettung brachte ein Notverkauf zum Schleuderpreis an den drittgrößten US- Bankenkonzern JPMorgan Chase.

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