MTU: Hohe Nachlässe und gute Geschäfte

- München - Der Wettbewerb der Luftfahrt-Zulieferer macht diesen das Leben schwer. Von Preisnachlässen zwischen 70 und 85 Prozent sprach MTU-Chef Udo Stark bei der Bilanzpressekonferenz des Turbinenbauers.

So lässt sich in der Branche kaum verdienen - zumindest in den ersten Jahren einer Produktion kalkuliert MTU mit Verlusten. Lange Produktionszyklen von 20 Jahren und mehr sowie die durch lange Lebensdauer zunehmenden Einnahmen durch Wartung, lassen aber unter Strich doch Geld in die Kassen fließen. 28 Prozent seiner Umsätze macht MTU mit der Instandhaltung von Produkten für die Zivilluftfahrt. Diesen Anteil will Stark sogar auf 40 Prozent steigern.<BR><BR>So lässt sich auch in einem schwierigen Marktumfeld gutes Geld verdienen. MTU steigerte dem Umsatz 2004 trotz des schwachen Dollars leicht (in der Branche wird auf Dollar-Basis verkauft) von 1,952 Milliarden auf 1,992 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen stieg von 114,9 auf 176,2 Millionen Euro.<BR><BR>Allerdings hat Finanzchef Reiner Winkler bei dieser Rechnung einen Posten herausgerechnet. Denn der Turbinenhersteller muss hohe Kosten schultern, die ihm die US-Investmentgesellschaft KKR nach der Übernahme (MTU gehörte vorher zum Daimler-Chrysler-Konzern) aufbürdete. So führten die Zinsen für Gelder mit denen die Übernahme finanziert wurde zu einem negativen Zinsergebnis von 60 Millionen Euro. Dazu kommen Transaktionskosten in Höhe von 45 Millionen. Euro. Unter dem Strich bleibt daher nach Steuern nur ein kleines Nettoergebnis von 200 000 Euro.<BR><BR>So verweist man stolz auf andere Zahlen: 2004 führte MTU die Bankschulden von 420 Millionen auf 125 Millionen Euro zurück. Nach dem ersten Quartal 2005 sind es nun nur noch 56 Millionen Euro. Umsatz und Gewinn sollen im laufenden Jahr weiter steigen. Konkrete Prognosen wollte Stark nicht abgeben. <BR><BR>Das Unternehmen steuert auf einen Börsengang zu. Noch in diesem will Stark das Unternehmen reif dafür bekommen. Gerüchte, dass dieser Börsengang noch im Juni anstehen könnte, dementierte er aber. "Es gibt keinen Zeitplan", so Stark. So etwas ist nicht immer eine gute Nachricht für die Beschäftigten: Immerhin wird über das Sparprogramm "Impact 100" keine weitere "Freisetzung" von Arbeitskräften geplant.

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