Müller will bis zuletzt über Mehdorn wachen

- Berlin - Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ist neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn. Das 20-köpfige Kontrollgremium wählte ihn einstimmig. Der 59-Jährige ist parteilos und Vorstandschef des Energiekonzerns RAG. Er folgt Michael Frenzel. Der Vorstandsvorsitzende des Touristik-Konzerns Tui kandidierte nach vierjähriger Amtszeit nicht mehr für den Bahn-Posten. Stellvertretender Vorsitzender bleibt der Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen.

Hansen begrüßte Müllers Wahl, der "diesen Posten in bewegter Zeit für den Konzern antritt". Transnet erwarte von ihm ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Unternehmens in heutiger Struktur.Mit der Kür Müllers erhielten Spekulationen um eine vorzeitige Ablösung von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn neue Nahrung. Müller habe in seiner Antrittsrede ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er der letzte Aufsichtsratsvorsitzende in Mehdorns Amtszeit sein werde, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Mehdorn wird im Juli 63 Jahre alt. Die Amtszeit des Aufsichtsratsvorsitzenden dauert vier Jahre.

Hintergrund des Entschlusses könnte der Verkauf einer Tui-Tankwaggon-Tochter sein, die an eine französische Gesellschaft ging, obwohl auch die Bahn Interesse hatte. Seither galt das Verhältnis zwischen Mehdorn und Frenzel als angespannt. Zugleich verkündete die Bahn einen erfolgreichen Start ins neue Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz überschritt "bereits Ende Mai" die Zehn-Milliarden-Euro-Schwelle und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert. Gleiches gelte für das Betriebsergebnis.

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