Müller-Brot beendet teuren Österreich-Ausflug

- München/Wien - Der deutsche Backriese Müller-Brot beendet mit dem Verkauf des österreichischen Marktführers Ankerbrot seinen kostspieligen Ausflug nach Österreich. Der deutsche Backprofi Klaus Ostendorf übernehme die schwer angeschlagene Ankerbrot-Gruppe, teilten die Vertragspartner mit.

<P> Müller-Brot will sich nun wieder auf den deutschen Markt konzentrieren. Voraussetzung für das Engagement Ostendorfs sei ein Ausgleichsverfahren, das beim Handelsgericht Wien eröffnet werden soll. Der neue Eigentümer war lange Zeit Mitgesellschafter der norddeutschen Großbäckerei Wendeln.<BR><BR>Müller-Brot zählt sich mit einem Umsatz von zuletzt 425 Millionen Euro zu den fünf größten europäischen Backwaren-Unternehmen. 1997 übernahmen die Bayern das österreichische Ankerbrot und pumpten angeblich bis zu 100 Millionen Euro in die Tochter. Doch Ankerbrot kam nicht auf die Beine. "Unsere wichtigste Aufgabe der letzten Wochen und Monate war die Sicherung der Zukunft von Ankerbrot", sagte nun Wolfram Olschowy, Finanzvorstand der Müller-Brot AG.<BR><BR>Die heimischen Banken wollen auf ein Drittel ihrer Forderungen von 43 Millionen Euro verzichten. Im Gegenzug wolle Ostendorf 10 Millionen Euro investieren und 2,9 Millionen Euro an Ankerbrot-Gläubiger zahlen. Vom 1. Juli an werde er dann Herr über 200 Filialen und 2000 Mitarbeitern. Angeblich will der 60-Jährige die Hälfte der Geschäfte schließen und mindestens 100 Mitarbeiter entlassen. Nach Spekulationen in Wiener Zeitungen zielt Ostendorf mit seinem Engagement bei Ankerbrot auf den Einstieg bei Müller-Brot, die an ihren Verlusten in Österreich zu beißen habe. </P><P>Das wird von Müller-Brot aber dementiert. "Es besteht definitiv kein Interesse an einem Einstieg Ostendorfs", erklärt Holger Römer, Pressesprecher des Backunternehmens. Auch dass Müller-Brot finanziell angeschlagen sei, sei nicht richtig: "Die Verluste waren zwar kein Spaß, aber wir haben sie gut verkraftet", sagt Römer.</P>

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