München attraktiver als England: Red Hat verlegt Europa-Zentrale

- München - Gute Nachricht für den Standort München: Red Hat, weltgrößter Anbieter für Linux-Produkte, verlegt seine Europa-Zentrale von Surrey (England) in die Region München.

<P>Von Dornach aus im Osten der Landeshauptstadt wird nicht nur das europäische Geschäft mit Linux-Produkten und anderer frei zugänglicher Software organisiert. Auch die Regionen Mittlerer Osten und Afrika gehören zum Revier der neuen Europa-Zentrale.<BR><BR>Zunächst hatte Red Hat mit Hauptsitz in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina 1999 seinen europäischen Stützpunkt wie viele andere US-Unternehmen in England genommen. Doch dann sah man sich genauer um. Für München sprachen das Umfeld, die gute Infrastruktur und die hohe Dichte an Unternehmen der Informationstechnologie. <BR><BR>Zahlreiche Partner, mit denen Red Hat bereits zusammenarbeitet, haben sich ebenfalls bereits in der Wachstumsregion Oberbayern niedergelassen. Für München sprach aber auch die strategisch günstige Lage nach der Osterweiterung der europäischen Union. Diese ermögliche es, so Red Hat-Vertriebschef Alex Pinchev, die Wachstumsregionen in Osteuropa intensiver zu betreuen. Auf diese Märkte setzt das IT-Unternehmen ganz besonders. Dort besteht, so Werner Knoblich, Chef der Europa-Zentrale "Potenzial für neue Kunden". Denn das rasante Wachstum in den Beitrittsländern und anderen osteuropäischen Wirtschaftsregionen schafft dort eine hohe Nachfrage nach EDV und anderen IT-Produkten. Gleichzeitig ist man unmittelbar am wichtigsten europäischen Markt Deutschland positioniert.<BR><BR>Die Entscheidung der Stadt München, die eigene Datenverarbeitung auf Linux umzustellen, hat mit dem Wechsel der Red Hat-Zentrale nicht unmittelbar zu tun. Aber künftig dürfte es für die bayerische Staatsregierung schwerer werden, sich für Microsoft mit Deutschland-Sitz in Unterschleißheim (wie Dornach im Landkreis München) so stark zu machen wie bisher. Nun hilft es der Region auch, wenn Interessenten sich für freie Software entscheiden.<BR><BR>Obwohl Red Hat sowohl den Vertrieb, den Service, das Marketing und auch das Schulungszentrum nach Dornach verlegt, ist zunächst kein gewaltiges Job-Wunder zu erwarten. Derzeit sind nur 15 Mitarbeiter in der neuen Zentrale beschäftigt. Das liegt vor allem an der extrem schlanken Struktur: Red Hat setzt auf die Zusammenarbeit mit externen Vertriebspartnern vor Ort. Arbeitsplätze entstehen demnach vor allem dort, wo auch Kunden sind. Doch die Wachstumsraten von Linux lassen auf eine rasche Expansion der neuen Zentrale hoffen, sagt Red Hat-Marketing-Chef Paul Salazar.</P><P> </P>

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