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Viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes nehmen am Freitag an einem Warnstreik der Gewerkschaften Verdi, GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und GdP (Gewerkschaft der Polizei) vor dem Finanzministerium in München teil.

Kliniken, Ämter, Unis

Bayern: Mehr als 2300 streiken im öffentlichen Dienst

München - Streiks an Kliniken, in Amtsstuben und an Hochschulen: Hunderte Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind im Freistaat in den Ausstand getreten. Sie fordern 5,5 Prozent mehr Geld.

Vor der dritten Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder haben am Freitag mehr als 2300 Beschäftigte in Bayern ihre Arbeit niedergelegt. An den Warnstreiks beteiligten sich Mitarbeiter von Kliniken, Schulen und Hochschulen, aus Verwaltungen, Gerichten, Theatern und Straßenmeistereien. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagte Verdi-Sprecher Norbert Flach. „Alle aufgerufenen Betriebe waren dabei.“ Dies sei ein „deutliches und starkes Signal an die Arbeitgeber“. Verdi-Chef Frank Bsirske schließt auch einen Streik nicht aus. Falls die Arbeitgeber in der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde kein Angebot vorlegten, könne es zu einem Arbeitskampf kommen.

Die Warnstreiks am Freitag hätten sich quer durch den öffentlichen Dienst gezogen, sagte Flach. In elf bayerischen Städten gab es Aktionen von Verdi, GEW und der Gewerkschaft der Polizei GdP - etwa in München, Nürnberg, Erlangen, Augsburg, Ingolstadt, Regensburg, Würzburg und Bayreuth.

Die Aktionen begannen morgens bei den Autobahnmeistereien. In München demonstrierten am Vormittag dann etwa 1000 Menschen vor dem Finanzministerium. „Die Altersvorsorge treibt die Leute um, deswegen waren jetzt auch doppelt so viele Streikende hier wie geplant“, sagte Heinrich Birner von Verdi München. Allein von der Klinik in Großhadern hätten sich mehr als 300 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt. Durch die Streiks der Anästhesisten im Klinikum Rechts der Isar seien nur 4 von 30 OP-Sälen in Betrieb gewesen.

Auch an mehreren Opern- und Theaterhäusern wie der Staatsoper und dem Residenztheater gab es Ausstände, doch die abendlichen Vorstellungen fielen deswegen voraussichtlich nicht aus, sagte Birner. Zu Beeinträchtigungen etwa beim Bühnenbild werde es aber wahrscheinlich kommen. Unter den Demonstranten in München seien auch etwa 300 Polizeibeamte gewesen, die sich dafür den Tag frei genommen hätten.

GEW: Mehr Beschäftigte mobilisiert als gedacht

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW wertete die Aktionen als Erfolg. Man habe mehr Menschen mobilisiert als gedacht, sagte Sprecherin Elke Hahn. Die GEW hatte an 20 Schulen und 4 Universtäten zum Streik aufgerufen - unter anderem in Aschaffenburg, Augsburg, Günzburg, Kempten, München, Nürnberg und Straubing. Nach Angaben der Gewerkschaft sind etwa 15 Prozent der Lehrer im Freistaat angestellt - das sind rund 18 000 der knapp 124 000 Lehrkräfte an Bayerns Schulen.

Die Gewerkschaften fordern für die 800 000 Tarifangestellten der Länder 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr. Die Länder halten das für nicht bezahlbar. Für Montag und Dienstag sind weitere Gespräche in Potsdam geplant.

dpa

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