80.000 Euro pro Quadratmeter

München bleibt teuerstes Plaster Deutschlands

München - München bleibt das teuerste Pflaster in Deutschland. Nirgendwo sonst kosten Häuser so viel, wie in der bayerischen Landeshauptstadt. Nur Eigentumswohnungen sind in der Nachbarschaft noch teurer.

Eine Million Euro reichen nicht mehr. Wer in München ein Einfamilienhaus kaufen will, muss noch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. 1,06 Millionen Euro wurden in der Bayerischen Landeshauptstadt zuletzt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bezahlt. Mehr als in jeder anderen Stadt. Das ergaben die Zahlen des aktuellen Immobilien Marktberichts. Dessen Daten stammen aus dem Jahr 2012. Die Preise könnten also weiter gestiegen sein. Dafür stammen die Zahlen aus zuverlässiger Quelle. In den Bericht fließen die Daten der Gutachterausschüsse ein. Das sind die offiziellen Preisgutachter der Städte und Landkreise in Deutschland. Denen glaubt sogar das Finanzamt.

Nur im Landkreis München war es auf den ersten Blick noch ein bisschen teurer als in der Landeshauptstadt selbst. Für 1,11 Millionen Euro wechselte ein freistehendes Haus hier den Eigner. Das lag aber daran, dass im Münchner Umland die Häuser größer sind. Der als Vergleichsmaßstab wichtigere Quadratmeterpreis lag im Landkreis München bei 5450 Euro, in der Hauptstadt bei 6080 Euro. Es folgt der Landkreis Starnberg mit 4160 Euro, vor Frankfurt (3910 Euro) Düsseldorf (3820 Euro) und Wiesbaden (3540 Euro).

Wer in Deutschland billiger zu Wohneigentum kommen will, muss sich in anderen Gegenden umsehen. Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es im Kyffhäuserkreis (Thüringen), im Mansfeld Südharz (Sachsen-Anhalt) und im Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) bereits für 50 000 Euro, beziehungsweise für 450 Euro pro Quadratmeter.

Bei Reihen- und Doppelhäusern kommt man bereits wesentlich günstiger zum Zug. 550 000 Euro (oder 4520 Euro pro m²) ermittelten die Gutachter in der bayerischen Landeshauptstadt, 565 000 Euro (oder 3300 Euro pro m²) im Landkreis München, und 515 000 Euro (3270 Euro pro m²) im Kreis Starnberg. Also ein Preisniveau, das zu D-Mark-Zeiten die Millionengrenze überschritten hat.

Darunter – aber nicht wirkliche günstig – bleiben Reihenhäuser und Doppelhaushälften in den Landkreisen Ebersberg (435 000 Euro/2850 Euro pro m²), Dachau (340 000 Euro/2750 Euro pro m²) und im Kreis Fürstenfeldbruck (370 000 Euro/2660 Euro pro m²).

Der Landkreis Fürstenfelbruck gehört zu den seltenen Fällen, wo ein Quadratmeter Eigentumswohnung mehr kostet als einer im Reihenhaus mit Gärtchen: 3650 Euro pro Quadratmeter. Auch ganze Wohnungen kosten nicht viel weniger als Häuser in der Nachbarschaft: 328 000 Euro. Das liegt zum einen daran, dass der Landkreis Fürstenfeldbruck mit drei S-Bahn-Linien besser an die Landeshauptstadt angebunden ist als alle andere, und damit für Pendler ideal.

Ein weiterer Grund für das Ungleichgewicht könnte sein, dass viele Gemeinden im Westen Münchens in den 1960er und 1970er Jahren viele Reihenhaussiedlungen aus dem Boden stampften, in denen die Häuser meist einfacher ausgestattet sind, als Eigentumswohnungen, für die der Bauboom erst später und auf einem höheren Niveau begann. In der Stadt München gibt es den durchschnittlichen Quadratmeter Eigentumswohnung für 3290 Euro, im Landkreis München für 2690 Euro. Im Kreis Dachau für 2400 Euro, im Kreis Starnberg für 2370 Euro, in Erding für 2335 Euro und in Freising 2155 Euro. Dagegen gibt es Wohnungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bereits für unter 500 Euro pro m². Am billigsten ist Mecklenburg-Vorpommern mit 290 Euro pro m².

Nicht nur bei Wohnungen sondern auch bei Gewerbeimmobilien ist der Umsatz in München deutlich angestiegen.

Wer selbst bauen will und sich auf dem Grundstücksmarkt umsieht, kann allein davon in der Landeshauptstadt München arm werden. Grundstücke in einfachen Lagen gibt es gar nicht mehr, selbst in mittleren Lagen werden pro Quadratmeter im Durchschnitt 925 Euro pro m² bezahlt. In Spitzenlagen wechselte der Quadratmeter für 3500 Euro den Besitzer.

Ein durchschnittliches Baugrundstück kostete in München 710 000 Euro (das waren einmal immerhin fast 1,4 Millionen Mark). Gemessen daran, sind die nächstplatzierten auf der Immobilien-Rangliste fast schon billig: Stuttgart mit 440 000 Euro Düsseldorf mit 375 000 Euro und Wiesbaden mit 360 000 Euro. Wer auf das Flair einer Millionenstadt nicht verzichten will kann in Hamburg schon für durchschnittlich 241 000 Euro Grundstückseigentümer werden. Die Preisspanne hier reicht von 201 Euro (einfache Lage) bis 1345 Euro (Spitzenlage) pro m².

Das teuerste Pflaster in ganz Deutschland ist erwartungsgemäß die Münchner Fußgängerzone (Kaufinger-/Neuhauserstraße). Dort wurde zum 31. Dezember 2012 der bisher höchste deutsche Bodenrichtwert festgesetzt: immerhin 80 000 Euro pro Quadratmeter.

Martin Prem

Rubriklistenbild: © dpa

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