München hofft auf Forschungszentrum

- München - ­ Der Schweizer Hightechkonzern Oerlikon wird sein Zentrum für Grundlagenforschung möglicherweise im Raum München errichten. Das Unternehmen, das insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau tätig ist, will in die Einrichtung über 50 Millionen Euro investieren und mehr als 250 Arbeitsplätze schaffen.

Später soll das Forschungsbudget von jährlich 70 Millionen Euro in das Zentrum fließen. Neben München stünden Standorte in Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg und Sachsen zur Wahl, erklärte Vorstandschef Thomas Limberger anlässlich der Eröffnung der neuen Deutschland-Zentrale des Unternehmens in der Landeshauptstadt. Bayern habe im Standortpoker "gute Karten in der Hand", sagte Wirtschaftsminister Erwin Huber. Eine Entscheidung soll Ende des Monats fallen.

Limberger war zuvor beim US-Mischkonzern General Electric für das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Unter seiner Führung errichtete General Electric ein Forschungszentrum in Garching (Landkreis München). Für München sprächen die Infrastruktur mit Anbindung an den Flughafen, die Universitäten und Max-Plack-Institute sowie die Nähe zu wichtigen Kunden, betonte Limberger. Unter anderem ist Oerlikon im Bereich der Halbleiterindustrie tätig und zählt den Münchner Chiphersteller Infineon zu seinen Abnehmern.

Zum genauen Standort im Raum München wollte sich Limberger nicht äußern. Er deutete an, dass man die Nähe einer Autobahn-Anbindung in Richtung Schweiz suche, wenn man sich für München entscheide. Im Standortpoker ist "sicher auch die Förderung ein Punkt", räumte ein Unternehmenssprecher ein. Bayerns Wirtschaftsminister Huber kündigte an, man werde sich "sehr anstrengen, damit wir das Forschungszentrum nach Bayern holen". Oerlikon firmierte bis zum Sommer unter Unaxis und beschäftigt ­ inklusive der schweizerischen Saurer AG, deren Übernahme derzeit läuft ­ weltweit 18\x0f000 Mitarbeiter, 8000 davon in Deutschland.

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