München immer teurer - Am Land geben die Preise nach

München - Die Häuserpreise in München steigen, auf dem flachen Land fallen sie. Ob Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung, die Käufer müssen rund fünf Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.

Marktforscher Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland Süd (IVD) spricht von einem "gespaltenen Markt". Der Druck auf den "Dampfkessel München" steige. 2007 seien rund 20 000 Menschen mehr zugezogen als abgewandert, es mangele an Baugrund und die Zahl der Baugenehmigungen und Fertigstellungen sei weggebrochen. Häuserpreise und Mieten würden in Zukunft weiter nach oben gedrückt.

Außerhalb der Landeshauptstadt dagegen müsse mit sinkenden Preisen gerechnet werden. Im Bayerndurchschnitt sind die Preise zwischen 0,1 und 3,7 Prozent zurückgegangen.

Der günstigste Zeitpunkt für den Kauf einer Wohnimmobilie ist vorbei. "Wer jetzt kauft, stellt sich deutlich schlechter als vor einem oder eineinhalb Jahren", sagt Kippes. Aber die Situation sei jetzt noch besser als in ein bis zwei Jahren, weil dann steigende Preise und höhere Zinsen in Kauf genommen werden müssten. Wer in München ein Einfamilienhaus für 725 000 Euro kauft, muss dafür das 30-fache eines jährlichen Durchschnittseinkommens aufwenden.

Die Preise für Wohneigentum in den Randregionen Münchens fallen links und rechts der S-Bahnäste und der Autobahnen immer stärker ab. "Die Käufer rechnen zunehmend Fahrtkosten und Fahrzeiten in den Kaufpreis ein", erklärt IVD-Vorstandsmitglied Günter Gültling Familien müssten draußen bleiben, ältere Menschen zögen verstärkt in das Stadtzentrum.

München ist nicht das teuerste Pflaster in Oberbayern. So kosten Doppelhaushälften in Oberhaching mit 615 000 Euro und in Tutzing mit 590 000 Euro mehr als in München mit 580 000 Euro. Bei freistehenden Einfamilienhäusern dasselbe: Das Einfamilienhaus mit gutem Wohnwert steht in Tutzing bei 810 00 Euro. In Starnberg kostet das Haus vergleichbar 780 000 Euro, in München "nur" 725 000 Euro.

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