München vor Mietpreisschub?

- München - Spätestens in zwei Jahren wird es in München zu einer "katastrophalen Mietsituation" mit stark steigenden Mieten auf der ganzen Breite kommen. Davon geht der neue Vorsitzende des Landesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Bayern, Josef Kastenberger aus. Zwar seien die Mieten zuletzt um 1 bis 1,5 Euro pro Quadratmeter gesunken, doch staue sich eine latente Wohnungsnot auf, die wegen der wirtschaftlichen Lage jetzt nicht sichtbar sei.

Wenn aber die Konjunktur besser laufe und die Arbeitsplätze wieder als sicherer betrachtet würden, dann könne man sich ausmalen, wie stark die Mieten steigen werden. Die Mieten in München werden nach Auffassung von Kastenberger besonders durch die EU-Osterweiterung in die Höhe getrieben. Für München rechne das Ifo-Institut bis 2014 mit bis zu 230 000 Zuwanderern. Allein für die Zuwanderer müssten deshalb pro Jahr 5500 Wohnungen gebaut werden. Der normale jährliche Neubaubedarf liege noch einmal bei 7000 Wohnungen. "In München werden aber jährlich nur 3300 Neubauwohnungen fertiggestellt", erklärte Kastenberger.

Der Geschosswohnungsbau dürfe nicht zusätzlich mit einer Flut von Gesetzen und Vorschriften unattraktiv gemacht werden. Allein in den letzten drei Jahren habe der Staat unter anderem mit der Energieeinsparverordnung oder der Bauabzugssteuer die Baukosten für eine Wohnung um bis zu zehn Prozent in die Höhe getrieben. Der Verband fordert, die gesamte Wohnungsbauförderung auf die Ballungszentren mit ihrer drohenden Wohnungsnot zu konzentrieren. Die Eigenheimförderung dürfe nur noch für Objekte in Ballungszentren gewährt werden. Der Staat könne durch eine solche Konzentration der Eigenheimzulage auch noch Geld sparen, wenn die Fördermittel nicht mit der Gießkanne über das ganze Land verteilt würden.

Kastenberger kritisiert den Freistaat Bayern, der seit 2002 rund die Hälfte der Wohnraumförderung gestrichen habe. Wenn die Mieten wieder steigen, würden durch eine solche Kürzung nur Mittel von einem in den anderen Haushalt umgeschichtet. Der Freistaat spare die Fördermittel, die von den Gemeinden als Wohngeld wieder an diejenigen ausbezahlt werden müssten, die ihre Miete nicht mehr tragen könnten.

Kastenberger berichtete aus seinem eigenen Wohnungsbestand, dass immer häufiger Mieter von freifinanzierten Objekten Wohngeld beanspruchten oder gar in die Sozialhilfe fallen würden. Bund und Land müssten den Wohnungsbau mehr statt weniger fördern. "Ohne eine gezielte Förderung wird der Druck auf den Wohnungsmarkt unerträglich und Mietwohnungen in den Ballungsräumen werden unbezahlbar."

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