München und Oberbayern boomen, die Infrastruktur stößt aber immer wieder an ihre Grenzen. 

Neue Standort-Studie

München: Licht und Schatten der Boom-Region

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München - Die Kaufkraft in Oberbayern hat neue Spitzenwerte erreicht. Das heißt aber auch: Die Boomregion erwartet einen noch stärkeren Zuzug, die Infrastruktur stößt an ihre Grenzen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern hat für die Broschüre „Wirtschaftsraum München – Oberbayern“ Daten und Statistiken ausgewertet, um ein Gesamtbild von der wirtschaftlichen Lage in der Region zu erhalten. Dabei zeigt sich: Die Kaufkraft in München und Oberbayern hat 2016 neue Spitzenwerte erreicht. Unter Kaufkraft verstehen Statistiker das verfügbare Einkommen der Bevölkerung in einer Region – und in Oberbayern ist dieser Wert überdurchschnittlich hoch: Hier liegt die Kaufkraft 21,1 Prozent über dem Durchschnitt in Deutschland. In Stadt und Landkreis München sowie den Kreisen Fürstenfeldbruck, Starnberg, Ebersberg und Miesbach liegt die Kaufkraft sogar zwischen 20,1 und 46,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

„Gründe für die hohe Kaufkraft in der Region sind das überproportional hohe Einkommen in der Region und die geringe Arbeitslosigkeit“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern, Peter Driessen bei der Vorstellung der Broschüre in München.

Die Daten belegen auch: Die Firmen in Oberbayern finden kaum noch Lehrlinge. 2015 hatten die IHK-Unternehmen 0,3 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Aber unterschiedlicher könnte die Lage kaum sein: Während in Landkreisen wie München oder Fürstenfeldbruck bis zu 12,5 Prozent mehr Ausbildungsverträge registriert wurden, ging die Zahl der Verträge in anderen Landkreisen um bis zu 13,1 Prozent zurück. Oft liege das an Neueinstellungen oder am Wegfall eines großen Arbeitgebers, vermutet der IHK-Chef.

Noch etwas beunruhigt Driessen: Bis ins Jahr 2034 muss Oberbayern einen deutlichen Bevölkerungszuwachs verkraften, zeigen die Daten. Während in den Kreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Altötting und Traunstein mit Zuwachsraten zwischen 2,6 und 6,0 Prozent zu rechnen ist, erwarten die Statistiker im Münchner Umland einen Bevölkerungszuwachs um bis zu 17,4 Prozent.

„Werden Schienen und Straßen nicht weiter ausgebaut, droht in der Region ein Verkehrskollaps“, warnte Driessen. Genauso würden dringend neue Kindergärten und Schulen benötigt, um die Zuwachsraten zu stemmen.

Weitere Daten sind in der Broschüre „Wirtschaftsraum München – Oberbayern“ veröffentlicht, die unsere Zeitung gemeinsam mit der IHK herausgibt. Das Heft ist kostenlos erhältlich bei der Mediengruppe Münchner Merkur/tz (media@merkur.de) oder bei der IHK für München und Oberbayern  (ihkmail@muenchen.ihk.de) erhältlich. 

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