Die Hypo Real Estate steigt genau wie Continental ab. Aufsteiger in die erste Börsenliga sind Beiersdorf und Salzgitter.

Deutsche Börse

München verliert einen Dax-Wert

München – Der Wirtschaftsstandort München ist um ein Dax-Unternehmen ärmer. Der Hypothekenfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) muss am 22. Dezember seinen Platz im deutschen Leitindex räumen. München bleibt zwar die Stadt, in der die meisten Dax-Konzerne sitzen, deren Zahl sinkt aber von acht auf sieben.

Allianz, BMW, Infineon, Linde, Münchener Rück, MAN und Siemens: Das sind die sieben Dax-notierten Konzerne, die in der Landeshauptstadt ansässig sind. Die Hypo Real Estate gehört nicht mehr dazu. Deren Aktien werden künftig wie die des Autozulieferers Continental, der ebenfalls absteigt, im M-Dax gelistet.

Grund für den Abstieg von HRE ist der stark gesunkene Börsenwert. Die Hypo Real Estate war im Zuge der Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Der Börsenwert des Konzerns brach in diesem Jahr dramatisch ein: Die Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) fiel seit Jahresbeginn von 7,6 Milliarden Euro auf 623 Millionen Euro. Aufsteiger in die erste Börsenliga sind Beiersdorf und Salzgitter AG. Das entschied die Deutsche Börse. Auch der Autozulieferer Continental erfüllt hinsichtlich seiner Marktkapitalisierung die Kriterien für einen Verbleib im Dax nicht mehr, erklärte die Börse. Der Vorstandchef des Nivea-Produzenten Beiersdorf, Thomas-B. Quaas, sagte: „Wir freuen uns natürlich, nun zu dem Kreis der 30 führenden börsennotierten Unternehmen Deutschlands zu gehören.“ Nivea sei in den vergangenen Jahren im Markt für Haut- und Schönheitspflegeprodukte zur weltweiten Nummer 1 aufgestiegen. Beiersdorf sei zuversichtlich, „dass wir uns auch weiterhin besser als der Markt entwickeln werden“. Bedauern herrschte dagegen bei Continental. Ein Unternehmenssprecher erklärte auf Anfrage, man sei nach wie vor der Ansicht, „dass Continental in den Dax gehört“.

Für ein börsennotiertes Unternehmen ist die Mitgliedschaft im exklusiven Club der Top 30 nicht nur eine Imagefrage. Da manche Fonds den Dax nachbilden, werden auch Aktien dieser Konzerne gekauft, weil sie in dem Aktienindex vertreten sind. Hintergrund der aktuellen Entscheidung sind neue Regeln, die die Deutsche Börse unter dem Eindruck der Kapriolen der Volkswagen-Aktie eingeführt hat. Unter anderen muss nun der Streubesitz bei mindestens zehn Prozent liegen; bisher reichte es, wenn fünf Prozent der Aktien frei handelbar waren. Neu ist auch, dass Papiere sehr kurzfristig aus dem Index verbannt werden können.

Die Änderungen waren deshalb zum Teil bereits erwartet worden. Sie werden der Mitteilung zufolge zum 22. Dezember wirksam. Continental wird dann in den M-Dax aufgenommen und ersetzt dort die Aktie von Beiersdorf; Hypo Real Estate wird anstelle von Salzgitter im M-Dax gelistet. Spekulationen, wonach es auch für das VW-Papier knapp werden könnte, bestätigten sich zunächst nicht. In den vergangenen Jahren waren bereits zahlreiche Werte aus dem Dax verbannt worden, darunter Schwergewichte wie Hoechst, Kaufhof, Dresdner Bank oder Veba.

mm/ap

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