München wird Standort des neuen Siemens-Sektors

München - München hat das Rennen um den Standort für den neuen Siemens-Sektor „Infrastruktur und Städte“ gewonnen. Das erfuhr der Münchner Merkur aus Konzernkreisen.

Bisher waren Berlin, London und das Rhein-Ruhr-Gebiet als Favoriten gehandelt worden. Arbeitnehmer hatten befürchtet, der Konzern könnte den Sektor ins Ausland verlegen.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte zunächst die Spekulationen um London als Sitz des neuen Sektors angeheizt. In einem Interview hatte er gesagt, es gehe beim Standort des neuen Sektors vor allem um Kundennähe. Da der Konzern häufig das Wachstumspotenzial der Schwellenländer hervorgehoben hatte, galt als nicht ausgeschlossen, dass der Sitz des neuen Sektors im Ausland sein könnte. Löscher hatte betont, es werde technologische Kompetenzzentren für die städtische Infrastruktur in London, den USA und China geben. Das Zentrum in London werde noch vor Beginn der Olympischen Spiele im kommenden Jahr eröffnet. London als Hauptsitz nannte er „eine Möglichkeit – neben anderen.“ Nun hat sich überraschend doch München durchgesetzt. Inzwischen bestätigten sowohl Siemens als auch die Stadt München den neuen Standort.

Die Sparte „Infrastruktur und Städte“ wird als vierter Sektor neben Energie, Industrie und Gesundheit im Rahmen eines großangelegten Konzernumbaus entstehen. Die entsprechende Organisation am Sitz der Konzernzentrale solle sehr schlank und effizient gehalten sein. Der neuen Sparte werden rund 81.000 Mitarbeiter angehören, der Umbau wird zum Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober 2011 wirksam.

Philipp Vetter

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