Münchener Rück bekräftigt Gewinnziele für 2004

- München - Der neue Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard will den weltgrößten Rückversicherer nach dem Verlust im vergangenen Jahr dauerhaft auf Profitabilität trimmen. "Die Ärmel waren und sind hochzukrempeln", sagte von Bomhard am Donnerstag in München.

<P>Dabei will er sich vor allem auf drei Baustellen konzentrieren: Neben Fortschritten im Rückversicherungsgeschäft müsse die Erstversicherungstochter Ergo wieder Gewinne machen. Hinzu komme die Optimierung des Risikomanagements. Am Gewinnziel für 2004 hält der Vorstandschef fest und rechnet weiter mit einem Überschuss von zwei Milliarden Euro. "Wir sind in diesem Jahr richtig gut unterwegs, und unser Blick richtet sich nach vorn."</P><P>Im Rückversicherungsgeschäft will Bomhard die Profitabilität ausbauen. "Wir hatten ein Bombenjahr 2003 und glauben, dass dieses Jahr nicht schlechter wird." Größere Schäden habe es seit Jahresbeginn nicht gegeben. Hinzu komme eine gute Ausgangsposition nach erfolgreichen Erneuerungsrunden für die Rückversicherung. Wie bereits im vergangenen Jahr sollten 2004 in der Rück- und der Erstversicherung Schaden-Kosten-Quoten von höchstens 97 Prozent erreicht werden. Unter 100 Prozent arbeiten Versicherer im Kerngeschäft profitabel.<BR><BR>Im vergangenen Jahr hatte die Münchener Rück wegen hoher Abschreibungen, Steuerbelastungen sowie Verlusten bei Ergo unter dem Strich einen Verlust von 434 Millionen Euro verbucht. Nach neuesten Angaben des Unternehmens handelte es sich um den ersten Verlust seit dem Geschäftsjahr 1949/50, als die Münchener Rück noch unter den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges zu leiden hatte. Zuvor hatte das Unternehen von dem ersten Jahresverlust seit 1906 gesprochen. Für 2002 verringerte sich der ausgewiesene Jahresüberschuss wegen einer Bilanzierungsumstellung von bisher 1,1 Milliarden auf nunmehr 288 Millionen Euro. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen 2003 um ein Prozent auf 40,4 Milliarden Euro.<BR><BR>Die Ergo-Gruppe ist aus Sicht des Konzernchefs mit einer neuen Führungsorganisation für eine Effizienzsteigerung gut aufgestellt. Künftig soll nur ein Chefmanager das Lebensversicherungsgeschäft der zu der Gruppe gehörenden Unternehmen Hamburg-Mannheimer und der Victoria lenken. Ein Programm zur Kostensenkung sieht von 2005 an zudem jährliche Einsparungen von 300 Millionen Euro bei der Ergo vor.<BR><BR>Trotz ihrer Beteiligung an der HypoVereinsbank (HVB) und der Commerzbank will die Münchener Rück in die erwartete BankenKonsolidierung nicht aktiv eingreifen. "Wir sehen uns nicht als Königsmacher in der Bankenlandschaft", sagte von Bomhard. Der Rückversicherer hatte sich an der Kapitalerhöhung der HVB nicht beteiligt und dadurch seinen Anteil von zuvor 25,7 auf 18,4 Prozent gesenkt. Dagegen stellte der Münchener-Rück-Chef eine weitere Reduzierung des Allianz-Anteils von zuletzt 12,2 Prozent in Aussicht. "Die Allianz-Beteiligung ist keine strategische Beteiligung mehr, sie kann jederzeit reduziert werden."<BR><BR>Nach der Herabstufung durch die Rating-Agentur Standard & Poors erwartet von Bomhard eine Rückkehr zu einem Doppel-A-Rating frühestens für das zweite Halbjahr 2004. Im August vergangenen Jahres hatte S&P das für den Geschäftserfolg wichtige Rating von "AA minus" auf "A plus" gesenkt. Ein Heraufstufung sei vor allem mit Blick auf die nächste Erneuerungsrunde wünschenswert. <BR></P><P></P>

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