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Gute Laune in der Chefetage: Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard.

Jahres-Bilanz

Münchener Rück beschenkt Aktionäre

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München - Die Münchener Rück hat 2013 mehr verdient als erwartet. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende steigt - obwohl der Konzern für 2014 mit weniger Gewinn rechnet.

Zurückhaltung hat bei der Münchener Rück Tradition. „Lieber weniger versprechen und sicher liefern,“ sagt Nikolaus von Bomhard, Chef des weltgrößten Rückversicherers. „Wir sind stockkonservativ“, ergänzt er mit einem Lächeln. Für den Firmenchef, der seit 14 Jahren an der Spitze des Münchner Dax-Konzerns steht, ist das eine Tugend.

Entsprechend verhaltener sind die Gewinnaussichten, die das Unternehmen gestern ausgab. Mit 3 Milliarden Euro Gewinn rechnet Bomhard 2014. Das sind zehn Prozent weniger als im vergangenen Jahr, das die Münchener Rück (Munich Re) mit dem drittbesten Ergebnis in der Unternehmensgeschichte abgeschlossen hat. Der Hintergrund: Die Aufwendungen für Naturkatastrophen fielen 2013 mit 764 Millionen Euro (2012: 1,28 Mrd.) niedriger aus als erwartet. Der Gewinn war außerdem aufgrund einer überraschend niedrigen Steuerlast gestiegen. Im laufenden Jahr fällt dieser Sondereffekt weg. Und es gibt weitere Gründe, die für eine zurückhaltende Prognose sprechen: ein harter Wettbewerb im Katastrophengeschäft, drohende politische Regulierungen und niedrige Zinsen, die an den Kapitalerträgen nagen. Die Münchner rechnen damit, dass die Rendite auf Kapitalanlagen 2014 weiter sinkt – von 3,5 auf 3,3 Prozent. Unter diesen Rahmenbedingungen seien die Ziele durchaus ambitioniert, findet Bomhard.

Nach den guten Geschäften 2013 zahlt der Rückversicherer Milliarden an seine Aktionäre. 7,25 Euro je Aktie will das Unternehmen ausschütten (2013: 7 Euro). Damit bleibt die Munich Re ihrer Politik treu. „Seit 1969 wurde die Dividende nicht mehr gekürzt“, verkündet Bomhard stolz. Außerdem kündigt der Vorstandschef einen weiteren Aktienrückkauf an. Bis 2015 wollen die Münchner Papiere im Wert von 1 Milliarde Euro erwerben. Das Ziel: Die sinkende Zahl der Anteilscheine soll den Wert der verbleibenden Aktien nach oben treiben.

Sowohl Erst- als auch Rückversicherer

Die Munich Re ist sowohl Erst- als auch Rückversicherer. Als Rückversicherer versichern die Münchner Erstversicherer und übernehmen einen Teil ihrer Risiken. In diesem Geschäftsbereich sind die Gewinne im vergangenen Jahr auf 2,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd.) gesunken – für 2013 rechnet der Konzern mit einem erneuten Rückgang auf 2,3 bis 2,5 Milliarden. Der Bereich „Munich Health“, der die Gesundheitsexpertise in der Erst- und Rückversicherung und im Risikomanagement bündelt, trug zuletzt 150 Millionen Euro (2012: 91 Millionen) zum Gewinn bei. Für 2014 rechnet Bomhard hier mit rund 100 Millionen Euro.

Die Erstversicherung, die in der Versicherungsgruppe Ergo gebündelt ist, konnte 2013 ihren Gewinn steigern. Nach 290 Millionen Euro im Vorjahr verdiente Ergo 436 Millionen Euro. „Das liegt am oberen Ende unserer Erwartungen“, sagt Ergo-Chef Torsten Oletzky. Allerdings sanken vor allem in der Lebensversicherung die Beitragseinnahmen. In der Lebensversicherung setzt Ergo – wie auch einige Wettbewerber – auf neue Produkte, die nicht an den Garantiezins gekoppelt sind. „Das ist unsere Antwort auf die Niedrigzinsphase“, sagt Oletzky. Die neuen Modelle werden seit Juli verkauft und hatten im zweiten Halbjahr bereits einen Anteil von 60 Prozent am Neugeschäft im betreffenden Bereich.

Insgesamt geht das Unternehmen altlastenfrei ins Geschäftsjahr, betont Bomhard. „Alle Geschäftsfelder sind gut unterwegs – keine Baustellen.“ Das klingt eigentlich nicht nach dem prognostizierten Gewinnrückgang. Gut möglich, dass Bomhard im nächsten Jahr mehr liefert, als er versprochen hat. Es wäre nicht das erste Mal.

Manuela Dollinger

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