Münchener Rück erreicht Gewinnziel

- München - Die Münchener Rück hat ihr Gewinnziel dank Beteiligungsverkäufen über das bisher teuerste Naturkatastrophenjahr der Versicherungsgeschichte gerettet und will die Dividende kräftig anheben. Die außergewöhnlich heftige Hurrikan-Saison habe zwar zu Milliarden-Belastungen geführt, dennoch halte man am Ziel einer Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent nach Steuern für dieses Jahr fest, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Das gestiegene Jahresergebnis solle zu einer Dividendenerhöhung um 1,10 Euro auf 3,10 Euro genutzt werden. "Mit dieser kräftigen Dividendenanhebung wollen wir unsere Aktionäre am guten Ergebnis teilhaben lassen", sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard.

Die angepeilte Eigenkapitalrendite entsprach zuletzt einem Gewinnziel von 2,6 Milliarden Euro für dieses Jahr. Neuere Angaben könnten derzeit nicht gemacht werden, sagte ein Münchener-RückSprecher. 2004 hatte der Konzern 1,83 Milliarden Euro verdient und damit bereits das beste Ergebnis seiner 125-jährigen Geschichte eingefahren.

Weltweit kamen bei Naturkatastrophen im abgelaufenen Jahr mehr als 100 000 Menschen ums Leben. Ähnlich viele Todesopfer habe es in den vergangenen 25 Jahren lediglich 1991 gegeben, als die Sturmflut in Bangladesch rund 160 000 Menschenleben forderte sowie 2004 wegen der Tsunami-Katastrophe in Südostasien mit über 200 000 Toten. 2005 seien allein über 80 000 Menschen bei dem heftige Erdbeben am 8. Oktober in Kaschmir ums Leben gekommen, hieß es. Die volkswirtschaftlichen Schäden des Naturkatastrophen-Jahres 2005 belaufen sich nach Einschätzung der Münchener Rück auf die Rekordhöhe von mehr als 200 Milliarden US-Dollar, davon alleine 125 Milliarden Dollar durch den Hurrikan "Katrina", der die US-Großstadt New Orleans Ende August verwüstet hatte. Auch der weltweiten Versicherungswirtschaft brachte das Jahr Rekordschäden in Höhe von 75 Milliarden US-Dollar.

 Die Münchener Rück wurde durch die Serie tropischer Wirbelstürme wesentlich stärker getroffen als zunächst angenommen. Zusammen reduzierten sie das Konzernergebnis nach Steuern um nahezu 1,5 Milliarden Euro. "Dennoch werden Naturkatastrophen auch künftig versichert werden können - vorausgesetzt, Preise und Bedingungen halten mit den steigenden versicherten Risiken Schritt", hieß es.

Von Bomhard zeigte sich mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. "Das Basisgeschäft in der Rück- und Erstversicherung verlief gut, unsere Erstversicherer setzten ihre positive Entwicklung fort, und der weitere Abbau von Konzentrationsrisiken bei den Kapitalanlagen führte nicht nur zur angestrebten Verbesserung der Portfoliozusammensetzung, sondern auch zu Veräußerungsgewinnen", erklärte der Konzernchef. Aus dem Tausch von HVB- in UniCredit-Aktien sei ein Nettogewinn von rund 1,15 Milliarden Euro entstanden.

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