Münchener Rück: Klimawechsel ist nicht mehr zu bestreiten

- München - Auf eine weitere Zunahme der Schäden durch Naturkatastrophen stellt sich die Versicherungswirtschaft ein. Als Reaktion auf die Wetterkapriolen betreibe die Branche mittlerweile ein deutlich strikteres Risikomanagement, sagte der Leiter der Georisikoforschung bei der Münchener Rück, Gerhard Berz.

<P>"Die Naturkatastrophen werden zwangsläufig größer werden." Der Klimawechsel sei aus Sicht der Versicherer nicht mehr zu bestreiten. Nach dem Jahrhundert-Sommer sei die Wahrscheinlichkeit von schweren Herbst- und Winterstürmen gestiegen. In einigen Jahren werde die Summe der versicherten Schäden - auch inflationsbereinigt - binnen zwölf Monaten so hoch sein wie früher in einem ganzen Jahrzehnt. Wegen der Wetter-Risiken und weil in den Städten immer mehr Menschen große Werte anhäuften, könnten Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und Erdbeben zunehmend größere Schäden anrichten. Die volkswirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen seien in den vergangenen 30 Jahren um das Siebenfache und die versicherten Schäden um das 14-fache gestiegen.</P><P>Für die Versicherungsbranche gelte es, Klumpenrisiken zu vermeiden und die Deckung zu begrenzen. So könnte den Risiko-Szenarien zufolge ein Erdbeben in Tokio einen volkswirtschaftlichen Schaden von mehr als einer Billion Dollar anrichten. Davon seien weniger als 50 Milliarden Dollar versichert, sagte Berz. "Die Versicherungswirtschaft würde das überstehen."</P><P>Der Hurrikan "Isabel" richtete zuletzt weniger Schaden an, als zunächst befürchtet. Es seien keine dicht besiedelten Gebiete in den USA getroffen worden, sagte der Münchener-Rück-Experte Thomas Loster. Die Höhe der versicherten Schäden liege laut ersten Schätzungen bei etwa einer Milliarde Dollar, der volkswirtschaftliche Schaden bei mehreren Milliarden Dollar. Die Münchener Rück sei mit einem zweistelligen Millionenbetrag davongekommen. Weltweit gibt es jährlich etwa 80 Wirbelstürme, die Hälfte davon gilt als extrem. Ein Jahrhundert-Hurrikan an der Ostküste der USA könnte nach Schätzungen der Münchener Rück einen volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 100 Milliarden Dollar anrichten.</P>

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