Münchener Rück: Milliardenschwere Steuersorge

- München - Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück steckt wegen einer Milliarden-Steuervorsorge in der Verlustzone fest. Der Großteil der Vorsorgeaufwendungen sei bei der Erstversicherungstochter Ergo angefallen, teilte der Konzern mit.

Vor Steuern hatte die Münchener Rück im zweiten Quartal noch 737 Millionen Euro verdient. Analysten hatten auch unter dem Strich eine Rückkehr in die Gewinnzone erwartet. Doch schrieb die Münchener Rück einen Verlust von 365 Millionen Euro. Nach dem erneuten Verlust und der Herabstufung durch eine Rating-Agentur will sich die Münchener Rück nicht zu einer Kapitalerhöhung drängen lassen, schließt sie aber nicht grundsätzlich aus.<BR><BR>Grund für die Vorsorge-Aufwendungen sei die Unklarheit darüber, wie Veräußerungsverluste und Abschreibungen auf Wertpapiere in Aktienfonds steuerlich behandelt werden, hieß es. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerte sich das Minus zwischen April und Juni um 4,7 Prozent. Im Vorjahr war auch das Vorsteuerergebnis mit einem Minus von 1,3 Milliarden Euro noch tiefrot gewesen. Für das Gesamtjahr blieb der Konzern bei seiner Prognose und geht von einem Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 40 Milliarden Euro aus.<BR><BR>"Ob, wann und in welcher Höhe das Kapital verstärkt wird", werde unter Berücksichtigung aller Anteilseigner entschieden, sagte Münchener-Rück-Vorstand Jörg Schneider. Zugleich betonte er, die Münchener Rück werde alle Schritte unternehmen, um die Kapitalausstattung "erneut auf ein komfortables Niveau" zu bringen. Zu den Kriterien für eine Kapitalmaßnahme äußerte er sich nicht. Die Aktie fiel bis zum späten Nachmittag um 5,25 Prozent auf 95,50 Euro und war damit schwächster Dax-Wert. Am Vortag hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's das für den Geschäftserfolg von Versicherern wichtige Rating von "AA minus" auf "A plus" gesenkt.<BR><BR>Nach einem von Naturkatastrophen weniger betroffenen ersten Quartal war das zweite Vierteljahr von zahlreichen Wetterextremen geprägt, berichtete das Unternehmen. Zwei große Tornadoausbrüche und Hagelunwetter in den USA richteten versicherte Schäden von fast fünf Milliarden Dollar an.<BR>

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