Münchener Rück: 650 Millionen Schaden durch Wirbelstürme

- München - Die Hurrikane "Katrina" und "Rita" werden das Ergebnis des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück in diesem Jahr deutlich drücken. Derzeit gehe man von einer Belastung von insgesamt etwa 650 Millionen Euro nach Steuern aus, teilte die Münchener Rück mit. Die Bruttobelastung liege demnach bei mehr als 1,3 Milliarden Euro. Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge müssten die Preise entsprechend erhöht werden.

Der Konzern hält zwar an dem Ziel einer Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent für 2005 fest, was einem Jahresgewinn von 2,6 Milliarden Euro entspräche. Das erklärte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard. Allerdings sei dies nur erreichbar, wenn die Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische Unicredit noch in diesem Jahr vollzogen werde. Die Münchener Rück ist mit einem Anteil von zuletzt 18,3 Prozent größter Aktionär der HVB. Von Bomhard hatte zur Halbjahresbilanz eine Annahme des Umtauschangebotes für die HypoVereinsbank in Aussicht gestellt. "Wir prüfen das Unicredit-Angebot weiterhin", sagte ein Münchener-Rück-Sprecher. Bei ihren Berechnungen geht die Münchener Rück von einem versicherten Marktschaden von bis zu 40 Milliarden Dollar aus, davon entfallen 30 Milliarden Dollar auf "Katrina". Es gebe aber auch doppelt so hohe Marktschätzungen für "Katrina", räumte der Konzern ein. "Es bestehen erhebliche Unsicherheiten über Deckungsfragen", sagte ein Unternehmenssprecher. Entsprechend groß sei die Spanne zwischen den höchsten und niedrigsten Schadenschätzungen.

Die Münchener Rück musste ihre Schadenschätzung nach oben korrigieren. Anfangs war der Konzern bei "Katrina" von einer eigenen Belastung von etwa 400 Millionen Euro brutto ausgegangen. Nun könnten es 1,1 Milliarden Euro sein. "Unsere Ersteinschätzung bezog sich auf die Situation vor dem Dammbruch in New Orleans", sagte der Unternehmenssprecher. Falls die versicherten Marktschäden bei 60 Milliarden Dollar liegen sollten, entfallen auf die Münchener Rück den Berechnungen zufolge sogar rund 1,3 Milliarden Euro Belastungen brutto allein für "Katrina". Durch "Rita" wird ein Schaden von rund 230 Millionen Euro brutto erwartet.

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