Münchener Rück: Rekordgewinn zum 125-jährigen Bestehen

- München - Das Jahr 2005 soll für die Münchener Rück feierlich werden. Die größte Rückversicherung der Welt begeht ihr 125-jähriges Bestehen und plant einen Rekordgewinn. Weniger als zwei Milliarden Euro Profit würde man am marmorbesäulten Konzernsitz an der Münchner Königinstraße als Enttäuschung ansehen.

<P>Für Euphorie sind die Hallen der Münchener Rück nicht der passende Ort. Wenn Vorstandschef Nikolaus von Bomhard sagt, dass er mit dem Geschäft "bisher zufrieden" ist und er "sehr zuversichtlich" das Ende des ersten Quartals 2005 erwarte, heißt das viel. 38,5 Milliarden Euro an Versicherungsbeiträgen will die Rück heuer einsammeln und dabei rentabler arbeiten. Die Eigenkapitalrendite soll nach Steuern auf zwölf Prozent steigen, der Gewinn "auf jeden Fall oberhalb von zwei Milliarden Euro" liegen, wie Bomhard sagte. Gemutmaßt wird ein Wert von 2,4 Milliarden Euro, was der höchste Profit der Unternehmensgeschichte wäre - wieder einmal.</P><P>Auch im vergangenen Jahr verdiente die Münchener Rück mehr als je zuvor. 1,83 Milliarden Euro Gewinn vermeldete Finanzvorstand Jörg Schneider. Das entsprach einer Eigenkapitalrendite von 9,4 Prozent. Den Aktionären winkt eine Dividende von zwei Euro je Papier - 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Und auch sonst stellt die Rück eine starke Entwicklung in Aussicht.</P><P>Bei den bisher neu ausgehandelten Rückversicherungsverträgen habe man angemessene Preise erzielen können. Ist den Versicherungen ein Risiko - zum Beispiel die Absicherung eines Wolkenkratzers - zu hoch, geben sie dieses (zum Teil) an Rückversicherer weiter. Und damit hat die Münchener Rück zuletzt "sehr, sehr viel Geld" verdient, wie Finanzvorstand Schneider erklärte. Zusätzlich ist das Unternehmen über die Tochter Ergo im Erstversicherungsgeschäft aktiv. Und die hat im vergangenen Jahr den Dreh von Verlusten zu deutlichen Gewinnen geschafft. Heuer plant Ergo-Chef Lothar Meyer einen Überschuss von 300 Millionen Euro.</P><P>Zudem könnte dieser Bereich an Gewicht zulegen. Während Übernahmen anderer Rückversicherer laut Bomhard "sehr unwahrscheinlich" sind, sei dies bei den Erstversicherungen anders. "Den großen Mega-Deal sollten Sie nicht erwarten, aber wir wollen das Geschäft entwickeln", formulierte es der Vorstandsvorsitzende. Die Beteiligung an der HypoVereinsbank von 18 Prozent soll dagegen weiter abgebaut werden. "Wir sehen uns nicht als Finanzkonglomerat. Wir wollen uns auf Risiken konzentrieren."</P><P>Bomhard ereiferte sich über die Pläne von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die Manager zur Veröffentlichung ihrer Gehälter per Gesetz zu zwingen. "Es interessiert unsere Investoren nicht", argumentierte er. Wenn die Bezüge regelmäßig in der Zeitung zu lesen seien, könne dies die Sicherheit der Familien von Vorständen gefährden - "Stichwort Entführungen", sagte Bomhard.<BR><BR></P>

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