Münchener Rück schafft Rekordergebnis

- München (dpa) - Nach einem Rekordgewinn 2004 will der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück in diesem Jahr seine Ertragsstärke nochmals ausbauen.

"Das ist keine Eintagsfliege und kein Bilderbuch- Ausnahmejahr", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider in München mit Blick auf das gute Abschneiden im vergangenen Jahr. Trotz einer ungewöhnlich heftigen Wirbelsturmsaison und Belastungen wegen der Milliardenabschreibungen bei der HypoVereinsbank erzielte die Münchener Rück einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro. Dies war das höchste Ergebnis in der 125-jährigen Firmengeschichte. Sorgenkind bleibt die US-Tochter American Re, während es bei der Versicherungstochter Ergo besser lief. <P>2003 hatte die Münchener Rück noch einen Verlust von 434 Millionen Euro verbucht. Mit dem Gewinn von 1,8 Milliarden Euro schaffte das Unternehmen nun eine Punktlandung. Zuletzt hatte der Konzern einen Überschuss von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro angekündigt. "Wäre die HVB nicht mit Sonderbelastungen gekommen, hätten wir die 2 Milliarden leicht übertroffen", sagte Schneider. Wegen des erwarteten Wegfalls der Sonderbelastungen und Preiserhöhungen rechnet Schneider für 2005 mit einem weiteren Rekordergebnis. "Wir sind zuversichtlich für die Zukunft."</P><P>Der bisher höchste Gewinn lag bei 1,75 Milliarden Euro im Jahr 2000. Als Konsequenz aus dem neuen Bestwert erhöht das Unternehmen die Dividende von 1,25 auf 2,00 Euro. "Wir halten uns an unser Versprechen, die Aktionäre zeitnah am Gewinn teilhaben zu lassen", sagte Schneider.</P><P>Ursprünglich hatte die Münchener Rück für 2004 einen Gewinn von bis zu zwei Milliarden Euro angekündigt, wegen der schweren Stürme die Prognose aber leicht gesenkt. Allerdings verhinderten am Ende weniger die Unwetter einen höheren Gewinn als die Probleme bei der HypoVereinsbank, an der die Münchener Rück noch gut 18 Prozent hält. Die HVB hatte Wertberichtigungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro angekündigt. Die Münchener Rück nahm dies nun anteilig schon im vierten Quartal in ihre Bücher. Nach Steuern wurde der Gewinn so um etwa 240 Millionen Euro gedrückt.</P><P>Im operativen Geschäft läuft es dagegen gut. Im Kerngeschäft der Nichtlebensrückversicherung seien die Ertragsaussichten vielversprechend, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. Bei den Verhandlungen über die Erneuerung von Kundenverträgen seien gute Preise durchgesetzt worden. Wo dies nicht gelang, sei auf Geschäfte mit einem Gesamtvolumen von 754 Millionen Euro verzichtet worden. Auf der anderen Seite gelang es, Neugeschäft in Höhe von 782 Millionen Euro hinzuzugewinnen. Auf dieser Basis rechnet die Münchener Rück in der Nichtlebensrückversicherung für 2005 mit stabilen Beiträgen.</P><P>Auch die Erstversicherungstochter Ergo machte Fortschritte. Durch Kosteneinsparungen und weniger Sonderbelastungen machte die Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr einen Überschuss von 202 Millionen Euro nach einem Minus von 1,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Dagegen bereitete American Re weiter Sorgen: Das Ergebnis brach wegen der Wirbelstürme und einer erneuten Reservestärkung von 263 auf 103 Millionen Dollar ein.</P>

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