Münchener Rück sieht Krise wie nach 11. September

München/Hamburg - Die Finanzkrise und der Beinahe-Zusammenbruch des US-Versicherungsgiganten American International Group (AIG) haben den weltweiten Markt für Versicherer und Rückversicherer nach Einschätzung der Münchener Rück drastisch verändert.

"Wir haben im Rückversicherungsmarkt eine ähnliche Situation wie nach dem 11. September 2001", sagte der für das Rückversicherungsgeschäft zuständige Vorstand Torsten Jeworrek der "Financial Times Deutschland" (Montag). "Der Markt ist heute signifikant anders als vor einer Woche."

Die Münchener Rück will nun großflächig "Preiserhöhungen mit deutlich zweistelligen Prozentsätzen" in den Verhandlungen für 2009 durchsetzen. Bisher hatte die Münchener Rück zweistellige Preisanhebungen nur für kleine Marktsegmente geplant. "Ab sofort ist harter Markt, der weiche Markt ist vorbei." Mit hart und weich bezeichnet die Branche Phasen steigender oder sinkender Preise.

Der Manager bestätigte, dass die Münchener Rück beim Verkauf von Teilen der AIG Interesse anmelden würde. "Das ist im Grundsatz richtig. Aber wir interessieren uns nicht für die Rückversicherung der AIG, weil wir zu viele überlappende Geschäftsfelder und Kundenbeziehungen haben." Interesse gebe es aber an den Spezialversicherern sowie der Industrieversicherung in Osteuropa und Asien.

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