Münchener Rück stellt sich nach Rekordjahr auf Gewinnrückgang ein

Keine Steigerung: - München - Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück stellt sich nach drei Rekordjahren in Folge für 2007 auf einen Gewinnrückgang ein. Gegenüber dem hohen Gewinnniveau von mehr als 3,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sei 2007 keine weitere Steigerung zu erwarten, zumal der Orkan "Kyrill" schon jetzt die Belastung durch Naturkatastrophen deutlich über den Stand von Ende Februar vergangenen Jahres getrieben habe, erklärte Konzernchef Nikolaus von Bomhard in München.

Auch das Marktumfeld schwäche sich nach einigen guten Jahren allmählich wieder ab. Dennoch blickt von Bomhard optimistisch in die Zukunft: "Für 2007 und die nächsten Jahre sind wir gut aufgestellt."

Die Belastungen durch den Wintersturm "Kyrill", der Mitte Januar in Europa Milliarden-Schäden angerichtet hatte, sind nach Einschätzung von Bomhards für sein Haus wohl weniger hoch ausgefallen, als zunächst befürchtet. Zuletzt hatte das Unternehmen die Belastungen auf bis zu 600 Millionen Euro vor Steuern geschätzt. Sie seien aber voraussichtlich um einen dreistelligen Millionen-Euro- Betrag unter dieser Marke geblieben, sagte von Bomhard.

Für den Überschuss im laufenden Jahr erwartet der Konzernchef eine Spanne zwischen 2,8 und 3,2 Milliarden Euro. "Meines Erachtens sollte eine Drei vor dem Komma stehen, wenn wir den Jahresabschluss 2007 vorstellen", erklärte von Bomhard. "Ein Rekordergebnis erwarte ich aber nicht." Das Unternehmen legt bei seinem Gewinnziel eine Nach- Steuer-Rendite von mindestens 15 Prozent auf das Risikokapital zu Grunde, die auch dauerhaft angestrebt werde.

2006 fuhr die Münchener Rück auch dank geringer Schäden durch Naturkatastrophen zum dritten Mal in Folge einen Rekordgewinn ein. "Wir haben die Erwartungen übertroffen, auch unsere eigenen", sagte von Bomhard. Bei einem Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge um zwei Prozent auf 37,4 Milliarden Euro kletterte der Überschuss nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zu 2005 um 28,5 Prozent auf mehr als 3,5 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen durch eine kräftige Dividendenanhebung profitieren. Der Hauptversammlung werde eine Ausschüttung von 4,50 Euro je Aktie für 2006 vorgeschlagen, nach 3,10 Euro für 2005, hieß es.

Im Kerngeschäft mit Rückversicherungen kamen dem Unternehmen im vergangenen Jahr günstige Preise und Bedingungen zugute, aber auch das weitgehende Ausbleiben von Naturkatastrophen. So verlief die zurückliegende Hurrikan-Saison nach einem turbulenten Jahr 2005 wieder vergleichsweise ruhig. Die für das Versicherungsgeschäft wichtige Schaden-Kosten-Quote konnte deutlich gedrückt werden von 111,7 Prozent im Vorjahr auf 92,6 Prozent. Je weiter diese Quote unter 100 Prozent liegt, desto profitabler arbeiten Versicherer. Der Gewinn in der Sparte verdoppelte sich nahezu von rund 1,4 auf knapp 2,7 Milliarden Euro.

Im maßgeblich von der Tochter Ergo geprägten Erstversicherungsgeschäft ging der Gewinn dagegen von rund 1,2 Milliarden auf knapp 1,1 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahresergebnis hatten sich Sondererträge aus dem Umtausch von HypoVereinsbank- und UniCredit-Aktien sowie durch den Verkauf der Karlsruher ausgewirkt. "Ohne diese und bereinigt um einen positiven Steuereffekt im Jahre 2006 hätte sich ein Gewinnanstieg um 0,2 Milliarden Euro ergeben", hieß es.

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