Münchener Rück trotzt Finanzkrise - 2008 wohl Ende der Rekordjahre

München - Die Münchener Rück schlägt sich in der weltweiten Kreditkrise deutlich besser als viele andere Finanzkonzerne. Im vergangenen Jahr erzielte der weltweit zweitgrößte Rückversicherer mit einem Überschuss von 3,9 Milliarden Euro den vierten Rekordgewinn in Folge. 2006 war ein Überschuss von 3,5 Milliarden Euro angefallen.

"Das strikte Risikomanagement der Münchener Rück hat sich in dieser Krise bewährt", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Montag in München. Die Belastungen aus dem Engagement auf dem US- Markt mit zweitklassigen Immobilienkrediten (Subprime) beliefen sich auf insgesamt 166 Millionen Euro. Im vierten Quartal kamen dabei lediglich 15 Millionen Euro hinzu.

Für das laufende Jahr gab sich die Münchener Rück zwar vorsichtig. Der Gewinn dürfte laut Bomhard auf 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro sinken. Allerdings hatte 2007 ein Einmaleffekt in Höhe von 385 Millionen Euro im Zuge der Unternehmenssteuerreform das Ergebnis aufpoliert.

Berücksichtigt man diesen und andere Sondereffekte, rechnet die Münchener Rück im günstigsten Fall trotz des schwierigen Umfelds mit einem stabilen Ergebnis. "Grundsolide aufgestellt setzen wir uns damit erneut ein hohes Gewinnziel, selbst wenn auf den Versicherungs- und Kapitalmärkten in diesem Jahr ein schwierigeres Umfeld zu erwarten ist", sagte Bomhard.

In der Gruppe erwartet der Konzern 2008 in etwa stabile Beitragseinnahmen von 37,5 bis 38,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren die Bruttobeitragseinnahmen vor allem wegen Währungseffekten leicht auf 37,3 Milliarden Euro gesunken. Bei stabilen Wechselkursen wäre der Umsatz um gut zwei Prozent gestiegen.

Von der gestiegenen Ertragskraft sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende wird von 4,50 auf 5,50 Euro erhöht. Damit schüttet der Konzern 1,1 Milliarden Euro aus. Zudem hatte die Münchener Rück eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden Euro zurückgekauft. "Auch die Aktienrückkäufe kommen unseren Aktionären zugute", betonte Bomhard. Die Kapitalstruktur wird verbessert, der Gewinn je Aktie steigt, wenn die Anteilsscheine eingezogen werden.

Beim operativen Ergebnis verbuchte die Münchener Rück im vergangenen Jahr einen Rückgang von gut sieben Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro. Dabei sank der operative Gewinn im Rückversicherungsgeschäft um rund sechs Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Die Erstversicherer-Gruppe ERGO konnte das operative Ergebnis dagegen mit rund 1,3 Milliarden Euro nahezu stabil halten. "Man hat sehr viele Hausaufgaben gemacht in den vergangenen Jahren", sagte Bomhard mit Blick auf die Tochter, zu der unter anderem die Hamburg-Mannheimer gehört.

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