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Beim Taifun Hagupit auf den Philippinen konnten viele Leben gerettet werden - dank eines Frühwarnsystems.

Münchener Rück zieht Bilanz

Naturkatastrophen: Die Kosten des Klimawandels

München – Der Trend könnte zu falschen Schlüssen verführen. Zum dritten Mal in Folge ist 2014 ein Jahr bei Naturkatastrophen glimpflich verlaufen, bilanziert die Munich Re.

Der Münchner Assekuranzriese hat global eine aus Extremwetter und Erdbeben resultierende Schadensumme von 110 Milliarden Dollar errechnet, wovon 30 Milliarden Dollar versichert waren. 2013 lagen die Schäden bei 140 und 39 Milliarden Dollar. Auch das rangierte schon deutlich unter dem Schnitt des vergangenen Jahrzehnts mit 190 Milliarden Dollar gesamten und 58 Milliarden Dollar versicherten Schäden. Niemand dürfe sich aber nun in Sicherheit wiegen, warnt Munich Re-Vorstand Torsten Jeworrek. „Die Risikosituation hat sich nicht verändert“, betont der Manager. Bei den Schadenstatistiken ist zum einen viel Zufall im Spiel, wenn verheerende Stürme über Städte hinwegziehen oder wie 2014 sich glücklicherweise meistens über Ozeanen austoben, bestätigt Peter Höppe. Rein von der Anzahl her, hat der Chefrisikoforscher der Munich Re 2014 erstmals fast 1000 schadenrelevante Naturkatastrophen registriert, die meist wetterbedingt waren. Im Schnitt der letzten zehn Jahre waren es 830 solcher Naturkatastrophen, blickt man auf die letzten drei Jahrzehnte sogar nur 640 Fälle. Die Zahl der Naturkatastrophen nimmt also ungebrochen zu, und dass das mit dem Klimawandel in Verbindung steht, bezweifelt kein ernsthafter Experte.

Das lässt sich auch vor der eigenen Haustür beobachten. In Deutschland war 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnung 1881. Erstmals ist die hiesige Durchschnittstemperatur mit 10,2 Grad Celsius auf über zehn Grad geklettert, betont Meteorologe Dominik Jung. Mit Ausnahme des August seien voriges Jahr alle Monate teils deutlich wärmer als im langjährigen Mittel gewesen. Der Dezember sei im Süden Deutschlands sogar um vier Grad zu warm gewesen.

Andererseits stellen sich Menschen immer besser auf die Folgen des Klimawandels ein, auch wenn dieser selbst kaum bekämpft wird. So hat der ostindische Zyklon Hudhud als teuerste Naturkatastrophe des vergangenen Jahres zwar gesamtwirtschaftliche Schäden im Wert von sieben Milliarden Dollar hinterlassen, aber mit 84 Toten relativ wenige Menschenleben gefordert, betont Jeworrek. Das sei kein Zufall. „Vielerorts funktionieren Frühwarnsysteme besser“, erklärt der Munich Re-Vorstand. Das habe voriges Jahr auch in den Philippinen beim Taifun Hagupit geklappt und viele Leben gerettet. Insgesamt sind 2014 rund 7400 Menschen durch Naturkatastrophen gestorben (Vorjahr: 21 000).

Thomas Magenheim-Hörmann

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