Münchens Hightech-Größen mit Problemen

- München - Münchens Hightech-Größen Siemens und Infineon werden diese Woche Schlagzeilen machen - aber wohl kaum positive. Wenn die beiden Konzerne heute (Infineon) und morgen (Siemens) ihre Halbjahreszahlen veröffentlichen, stehen Probleme im Vordergrund: Infineon leidet wieder unter Preisdruck in der Speicherchip-Sparte und Siemens sucht noch immer eine Lösung für seine verlustreichen Handy-Aktivitäten.

<P>Infineon</P><P>Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hatte schon nach Ende des vergangenen Geschäftsjahres gewarnt, man steuere auf den nächsten Abschwung der Halbleiter-Branche zu. Das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Stichtag: 31. September) dürfte ihm Recht geben. Vermutlich hat Infineon wieder rote Zahlen geschrieben. Von der Agentur Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Verlust von 37 Millionen Euro, von dpa-afx befragte Experten erwarten ein Minus von 24 Millionen Euro. Dazu kommt wohl ein leichter Rückgang des Umsatzes, der im Vorjahreszeitraum bei 1,67 Milliarden Euro lag.<BR><BR>Dabei macht sich vor allem ein Preisverfall bei Speicherchips bemerkbar. Jahrelang hielten sich Gerüchte, dass Infineon das extrem zyklische Geschäft mit den so genannten DRams aufgeben wolle, doch inzwischen bekennt sich das Unternehmen zu der schwierigen Sparte. Zuletzt urteilte Ziebart man sei in dem Bereich "auf gutem Weg". Auch größere Stellenstreichungen dürften nicht mehr anstehen, nachdem der Konzern bekanntgab, das Werk München-Perlach mit etwa 800 Mitarbeitern schließen zu wollen.<BR><BR>Siemens</P><P>Die Quartalszahlen von Siemens dürften kaum für eine positive Kursreaktion der Aktie gut sein, erwartet das Bankhaus Sal. Oppenheim. Der Gewinn werde im Vorjahresvergleich um 30 Prozent auf 850 Millionen Euro einbrechen. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem noch geringeren Überschuss. 763 Millionen Euro Plus trauen sie dem Konzern zu.<BR><BR>Hier ist die Kommunikation nach wie vor die Sorgensparte. Kurz bevor Siemens-Chef Klaus Kleinfeld seinen hundertsten Tag im Amt feiern kann, gibt es offenbar noch keine Lösung für das Handy-Geschäft, das immer noch hohe Verluste schreibt - Schätzungen zufolge zuletzt in dreistelliger Millionenhöhe. Und das, obwohl Konkurrenten mit Mobiltelefonen gut verdient haben. Die Sparte soll geschlossen, verkauft, saniert oder mit einem Partner weiterbetrieben werden. Die letzte Option gilt als die wahrscheinlichste. Entsprechend wurde zuletzt in den Medien über mögliche Partner spekuliert. Der taiwanesische Acer-Konzern dementierte, das kanadische Unternehmen Nortel und Motorola aus den USA sollen angeblich im Rennen sein.</P>

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