Münchner Banken droht Verlust

München - Den Münchner Geldhäusern BayernLB, HypoVereinsbank und Hypo Real Estate drohen wegen ihrer Engagements beim angeschlagenen Investmenthaus Babcock & Brown weitere Millionen-Lasten.

Nach Informationen unserer Zeitung haben die drei Großbanken Kredite an die australische Gesellschaft ausgegeben, deren Rückzahlung wegen Liquiditätsproblemen infrage steht. Zudem halten HVB und HRE Aktien, die bei einer Insolvenz wertlos wären. Die Institute äußerten sich auf Anfrage nicht zu dem Fall.

Babcock & Brown ist eine Investmentbank, die mit geliehenem Kapital weltweit Stromnetze, Immobilien oder Windparks finanziert. Seit Ausbruch der Finanzkrise leidet die Gesellschaft, weil sich Geldgeber zurückhalten und die Vermögenswerte stark verloren. Australischen Medienberichten zufolge hat B&B Verbindlichkeiten in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar angehäuft und verhandelt derzeit mit einem Konsortium von 25 Banken über die Schuldentilgung. Der Aktienkurs stürzte zuletzt auf ein Rekordtief von unter einem Dollar.

Als Gläubiger und Anteilseigner fror die HypoVereinsbank nun ein Guthaben von B&B in Höhe von rund 70 Millionen Euro ein. Offenbar möchte das Münchner Institut damit mögliche Kreditausfälle begrenzen. B&B ließ daraufhin am Montag seine Aktie vom Handel aussetzen und kündigte Verhandlungen mit der HVB an. Die Münchner Unicredit-Tochter hatte bereits in ihrem kürzlich vorgelegten Neun-Monatsbericht den Wert ihres B&B-Aktienpakets um 160 Millionen Euro nach unten korrigiert.

Auf weitere Verluste muss sich auch die halbstaatliche BayernLB einstellen. Die Landesbank hat sich mit einem knapp dreistelligen Betrag bei B&B engagiert, wobei ein Teil bereits abgeschrieben wurde, wie unsere Zeitung erfuhr. Die Hypo Real Estate könnte es ebenfalls noch mal treffen: Der Immobilienfinanzierer musste wie die HVB den Marktwert ihrer B&B-Aktien um 68 Millionen Euro auf acht Millionen zusammenstreichen. Zudem stehen Darlehen in unbekannter Höhe im Feuer.

geo/fe

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