Münchner Banken planen Kooperation

- München - Die Bayerische Landesbank, die bayerischen Sparkassen und die HypoVereinsbank (HVB) prüfen eine umfassende Zusammenarbeit bei der Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte die Landesbank in München. Die HVB wollte die Gespräche weder bestätigen noch dementieren.

<P>Transaktionen, vor allem Überweisungen per Beleg, stellen für die Banken einen erheblichen Kostenfaktor dar. Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Dresdner Bank wickeln jährlich insgesamt rund vier Millionen Überweisungen, Schecks und Lastschriften ab. Rund 1000 Mitarbeiter müssen die Unternehmen allein für Transaktionen beschäftigen. </P><P>Um Kosten zu senken, hatten die drei deutschen Großbanken im vergangenen Jahr damit begonnen, eine Zusammenlegung ihres Zahlungsverkehrs zu planen. Vor zwei Monaten wurde das Projekt jedoch beendet, da sich das erhoffte Sparpotenzial von 30 Prozent nicht realisieren ließ. Im Gegenteil: HypoVereinsbank, Deutsche und Dresdner Bank hätten in der Anfangsphase drei Jahre lang deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen müssen, um 2006 erste Einsparungen verbuchen zu können.</P><P>Die HypoVereinsbank versucht es nun mit zwei neuen Partnern in München: Der Bayerische Sparkassenverband mit 3000 Geschäftsstellen und 51 000 Mitarbeitern erscheint der HVB als geeigneter Kooperationspartner. Die Landesbank, die selbst kein Privatkundengeschäft betreibt, wurde zur Beschleunigung und Absicherung der Kooperation ins Boot geholt. Ein Sprecher der BayernLB bestätigte auf Anfrage, die Möglichkeiten einer Kooperation würden geprüft, das Ergebnis sei aber noch offen.<BR>Aus Finanzkreisen verlautete, die Gründung einer gemeinsamen Transaktionsbank werde Ende Juli bekannt gegeben. "Erste kursorische Überlegungen" ließen erkennen, "dass es Synergie-Potenziale gibt".</P><P>Die Banken-Szene nimmt mit Interesse zur Kenntnis, dass die nicht immer befreundeten Institute Landesbank und HypoVereinsbank unter der Regie ihrer Chefs Werner Schmidt und Dieter Rampl nun gemeinsame Wege gehen wollen. Mit Spannung erwartet wird in der Branche auch eine Reaktion des Deutschen Sparkassenverbands, der den Kooperationsplänen der abtrünnigen Bayern skeptisch bis ablehnend gegenüber steht.<BR><BR></P>

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