Münchner bewahren das Uhr-Wissen der "Alten Meister"

- München - "Time is Money", schrieb der Schriftsteller und Politiker Benjamin Franklin 1748 in seinen "Ratschlägen an einen jungen Kaufmann" - Zeit ist Geld. Zeit ist aber noch viel mehr, sagt Gerd Lang: "Zeit ist Luxus, Zeit ist ein wichtiges Stück Lebensqualität." Der Gründer und Inhaber der Münchner Uhrenfirma Chronoswiss muss es wissen. Wer sich mit Lang unterhält, der spürt schnell die besondere, philosophische Affinität, die der gelernte Uhrmacher zum Thema Zeit hat. Inmitten der größten Branchenkrise gründete der gebürtige Bielefelder 1983 seine Firma. Heute steht Lang einem mittelständischen Unternehmen mit 35 Mitarbeitern vor, das jährlich etwa 7000 hochwertige Armbanduhren in 40 Länder der Welt verkauft.

<P>Chronoswiss hat sich weltweit auf einem Markt etabliert, der fest in Schweizer Hand ist. Lang begreift seine Arbeit als einen persönlichen Beitrag zur Fortsetzung einer jahrhundertealten Tradition. "Meine Uhren müssen ticken", gibt er als Losung aus. Bewusst stützt er sich auf Wissen und Design der "Alten Meister". Klassische Materialien und Formen sollen in einen möglichst harmonischen Einklang gebracht werden. "Modischer Schnickschnack stört nur", sagt Lang. Für ihn ist die Uhr an sich ein Kunstwerk, nicht nur äußerlich. Mechanische Uhren sind die präzisesten von Menschenhand geschaffenen Maschinen, betont Lang. Gleichwohl will sich Lang von der Konkurrenz auch optisch unterscheiden: Jede Chronoswiss wird auf Vorder- wie Rückseite von Saphirgläsern geschützt, besitzt eine gerändelte Lünette, eine markante Zwiebelkrone sowie verschraubte Bandanstöße. Als Deutscher eine Uhr zu bauen, benötigt eine Menge Mut und Kontakte. Langs Frau ist Schweizerin mit engen familiären Verbindungen in die Uhrenindustrie. </P><P>Auch das ebnete Langs Aufstieg. 1982 schuf Lang die erste Chronoswiss-Uhr, zwei Jahre später ließ er sich den Kunstnamen Chronoswiss (chronos = griech. Zeit; swiss = Schweiz) schützen. Der Ausdruck "swiss" im Firmennamen sei Teil und Ausdruck des Qualitätsstandards, betont er. Anders als viele Konkurrenten verwendet Chronoswiss in seinen Uhren ausschließlich Teile, die in der Schweiz gefertigt wurden. Gehäuse, Zeiger, Zifferblätter und Rohwerke werden bei der Tochterfirma in Biel montiert, aber auch in München. Im Westen der Stadt sind zudem die Entwicklungsabteilung, der Service, das Lager sowie die Werbeabteilung des Uhrenbauers beheimatet. "Für die Schweizer gelten wir als deutsche Firma, für die Deutschen als Schweizer Firma, wahrscheinlich sind wir irgendwas dazwischen", sagt Lang. Uhren sind nicht die einzige Leidenschaft des 60-Jährigen. Musikliebhaber Lang initiiert die "Chronoswiss-Jazz-Night" im Schwabinger Podium, fährt Oldtimer-Rennen und leitet eine Abteilung eines Münchner Fußballclubs.<BR><BR></P>

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