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G&D hat Angst vor neugierigen Nachbarn und wehrt sich gegen den Bau eines Hochhauses gegenüber seinem Münchner Werk an der Prinzregentenstraße. Mit fast 100 Metern Höhe würde der Neubau das G&D-Werk überragen, in dem unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen Banknoten gedruckt werden. Von dem Hochhaus hätte man Einblick auf den Innenhof des Werks, fürchtet G&D – und legte Einspruch gegen die Baupläne ein.

Giesecke & Devrient

Münchner Gelddrucker streicht 400 Stellen

München - Beim Gelddrucker Giesecke & Devrient (G&D) ist der Gewinn eingebrochen. Mit einem Sparprogramm, das vor allem den Hauptsitz in München trifft, und neuen Sicherheitslösungen für die weltweite Kundschaft will G&D gegensteuern.

Eisenzaun, Ausweiskontrolle, Aufpasser. Sicherheit ist bei Giesecke & Devrient (G&D) Programm. Der Technologiekonzern entwickelt unter anderem Sicherheitslösungen für Pässe, Bankkarten, SIM-Karten und mobiles Bezahlen. Doch das Standbein des Familienunternehmens ist der Banknotendruck – Diskretion ist hier oberstes Gebot. Sechs Milliarden Geldscheine für rund 60 Länder druckt G&D jährlich. Doch gerade in diesem Bereich lief es im vergangenen Jahr nicht so gut wie erhofft. „Wir haben unser Gewinnziel nicht erreicht“, räumt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung bei G&D, bei der Vorlage der Bilanz ein.

400 Stellen bis Ende 2014 gestrichen

Auch wenn der Umsatz im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro gestiegen ist, brach der Gewinn um 26 Prozent ein – auf 39 Millionen Euro. Schuld daran sei vor allem der massive Margendruck in der Branche, sagt Ottenberg. Damit meint er staatliche Druckereien, die privaten Gelddruckern wie G&D zu Dumpingpreisen Aufträge streitig machten. „Staatliche Druckereien treten auf dem Weltmarkt zu Preisen auf, die für uns nicht nachvollziehbar sind“, so Ottenberg.

60 Millionen Euro will G&D nun jährlich – vor allem im Chipkartengeschäft – einsparen. Um das zu erreichen, werden bis Ende 2014 insgesamt 400 der weltweit 11.000 Stellen gestrichen. Betroffen sind Standorte in Belgien und der Slowakei, aber vor allem der Hauptsitz in München, an dem 125 Stellen wegfallen. „Wir versuchen betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Ich kann sie aber nicht ausschließen“, sagt Peter Zattler, Geschäftsführer Finanzen und Personal bei G&D.

Trotz der Abstriche beim Gewinn ist Ottenberg optimistisch. „G&D ist nach drei Jahren Horizontale wieder auf Wachstumskurs“, sagt er. 2013 werde das Unternehmen beim Umsatz die 1,9-Milliarden-Marke knacken. Im Fokus steht vor allem das Geschäft in Asien – China ist für G&D der größte Wachstumsmarkt. Eine der Zukunftstechnologien, auf die G&D dabei setzt, ist die NFC-Technik. Durch den Einsatz spezieller SIM-Karten können Handys und Smartphones so ausgerüstet werden, dass mit ihnen berührungslos bezahlt werden kann. G&D hat in diesem Bereich eine Art digitale Brieftasche entwickelt – eine Komplettlösung, die als App den Nutzern zur Verfügung gestellt werden kann.

Daneben investierte das Unternehmen auch 2012 in die Sicherheit von Banknoten. Neben Hologrammen, Wasserzeichen, Folien und Fäden sind derzeit Magnet-Merkmale auf dem Vormarsch. So hat G&D zum Beispiel ein Magnetelement aus speziellen Farbpigmenten entwickelt, durch das Verbraucher künftig mit ihrem Handy überprüfen können, ob ein Geldschein echt ist. Der Magnet, der sich in jedem Handy-lautsprecher verbirgt, macht das Magnetfeld sichtbar.

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Und auch abseits von Produktinnovationen und Bilanzzahlen war 2012 ein bewegtes Jahr für G&D. Zum 160-jährigen Firmenjubiläum ist die sechste Generation ins Familienunternehmen eingestiegen. Die Kinder, drei Söhne und eine Tochter, der Eigentümerin Verena von Mitschke-Collande haben Firmenanteile übernommen. Die Mehrheit der Stimmrechte hat laut Finanzchef Zattler allerdings nach wie vor die Mutter. Die neuen Anteilseigner sind nicht im Unternehmen tätig.

Manuela Dollinger

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