Münchner greifen ihre Geldreserven an

- München - Viele Münchner sparen nicht nur weniger, sondern greifen auch auf ihr Vermögen zurück. So haben die Kunden der Stadtsparkasse München, mit 689 000 Kundenverbindungen der Platzhirsch vor Ort, per saldo im ersten Halbjahr 2003 mehr Geld verbraucht, als sie sparten. "Dass die finanziellen Spielräume, etwas auf die hohe Kante zu legen, enger geworden sind, ist ja ausreichend belegt. Hier möchte ich beispielsweise nur die Entwicklung der Mieten in München nennen", sagte Sparkassenvorstand Thomas Grützemacher. Insgesamt bauten die Kunden der Stadtsparkasse München ihre Ersparnisse in den ersten sechs Monaten des Jahres um 98 Millionen Euro ab.

<P>Gleichzeitig ist den Münchnern die Lust auf Schuldenmachen vergangen. "Die Verringerung bei den Konsumentenkrediten um 10,5 Prozent auf 137 Millionen Euro hat sicher mit der vorsichtigen Verschuldungsbereitschaft der Menschen zu tun", ergänzte Vorstandskollege Adolf Strack. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Arbeitslosigkeit bzw. der Unsicherheit über den Fortbestand des Arbeitsplatzes sei die Bereitschaft, sich zu verschulden, nicht sehr ausgeprägt. Die Entwicklung, dass sich ihre Kunden "entsparten", betrachte die Sparkasse mit Sorge - spiegele sie doch die zunehmend schwierige finanzielle Lage vieler Privathaushalte in München wider. </P><P>Die konjunkturelle Schwäche bekam auch die Stadtsparkasse München zu spüren. Die Bilanzsumme reduzierte sich im ersten Halbjahr um 313 Millionen auf 13,2 Milliarden Euro. Für das Institut habe Risiko- und Renditebetrachtung Vorrang vor dem Wachstum, sagte Vorstandschef Harald Strötgen. Seit Jahresbeginn haben sich die Aktienmärkte positiv entwickelt. Dadurch seien Aktien für die Sparkassen-Kunden wieder attraktiver geworden. Der Nettozufluss bei Aktienanlagen betrug 13 Millionen Euro, nach einer Nullrunde im Vorjahr. Auch bei Fonds war der Nettoabsatz mit 73 Millionen Euro positiv. Insgesamt bevorzugten die Kunden sicherheitsorientierte Anlagen. Im Zuge der Kosteneinsparungen will die Stadtsparkasse ihr Wertpapiergeschäft zu einem Dienstleister auslagern.<BR></P>

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